Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226294
nung des Königs gebildet zu haben. Sie sind einfacher ge- 
halten und weisen nur zum geringen Teil Wandgemälde auf. 
Der grofse Hof C, zu dem von der Stadt aus bei B der an- 
dere Zugang führte, ist nach drei Seiten von Wirtschaftsräumen 
Umgeben, die sich nach Osten fortsetzen in etwa sechzig um 
acht Höfe gruppierten Gelassen. Während um C herum die 
Magazine lagen, waren um f?" und die andern Höfe herum 
die Stallungen und Remisen, die Vorrafskammem, KüChe, 
Bäckerei u. s. w. Westlich von C ist die dritte Gebäude- 
gruppe, der Harem, der um die Höfe D E F G gruppiert ist, 
und nur durch je eine kleine Pforte von der Stadt und von 
C her zugänglich war. Die Ausstattung dieser Räume über- 
trifft die aller andern an Sorgfalt und Mannigfaltigkeit. Die 
-eine Wand des innern Hofes hatte unten eine Bekleidung von 
Mosaik in glasierten Ziegeln; darüber war sie durch eine Art 
Halbsäulen gegliedert. An den Haupteingängen standen 
männliche Statuen; an dem einen aufserdem künstlich herge- 
stellte Palmbäume, mit strahlendem Metallblech überzogen. 
Angefügt an diese drei grossen Gebäudegruppen war 
nach Nordwesten ein Nebenbau, in dem man glaubt die für 
den Kronprinzen Sanherib bestimmte Wohnung zu erkennen, 
Unsicher ist auch der Zweck des von hier aus nach Südwest 
Zu abgesondert gelegenen Gebäudes N. Sein Fufsboden war 
um einige Meter über die Terrasse erhöht und gvon einer 
Mauer umgeben, die nach oben in ein Gesinis allSllef (Taf- 4 
Fig. 5). Es ist eine Hohlkehle, oben mit vorspringenden- 
Platte, unten mit Wulst, also ähnlich der ägypüSChen Be- 
krönung (Taf. 1, Fig. 6). Das Gebäude mifst 54 m in die 
Länge bei 31 m Breite und enthält nur einen einzigen Saal, der 
mit Basaltsteinen verkleidet war. M311 hält es entweder für 
einen Tempel oder für einen Thronsaal. Die_ ganze weit- 
ausgedehnte Masse des königlichen Palastes, die um so ein- 
förmiger war, als Fenster sich so gut wie nicht in demselben 
befanden, wurde überragt und belebt durch eine bei O be- 
findliche, sich stufenartig erhebende Pyramide von 43,10 m 
Seitenlänge und 42,70 m Höhe. Sie bCSfand Wahrscheinlich 
ursprünglich aus sieben Stockwerken, von denen noch vier, 
jedes etwas über sechs Meter hoch, wohl erhalten sind. Der 
Kern ist massiv und besteht aus lufttrockenen Ziegeln, die 
aufsen mit glasierten Ziegeln überkleidet sind. Und zwar 
scliillerte jedes Geschofs in einenandern Farbe; das unterste 
weiss, das zweite schwarz, das dritte rot, das vierte blau, das 
fünfte vermutlich zinnoberrot, das sechste silbern und das 
siebente golden. Von unten führte nach Art einer Wendel- 
treppe ein sanft ansteigender, nach aufsen mit einer Brüstung
        

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