Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226288
beginnende Stadtmauer gebaut. Der auf dieser Terrasse sich 
erhebende Palast, von dem bis jetzt 186 verschiedene Gelasse 
blofsgelegt sind, zerfällt in drei grofse Gebäudegruppen; die 
schönste ist der Serail, der eigentliche Königspalast, der sowohl 
die Wohnzimmer des Königs als die für den Verkehr mit der 
Aufsenwelt bestimmten Räume enthält;  die zweite Gruppe 
umschliefst die Wirtschaftsräume samt den Wohnungen für 
die Bediensteten, die dritte den Harem oder die Gemächer 
der Frauen. Nur zu der ersten und zu der zweiten Gruppe 
Vführen von aufsen Eingangsthore; das eine zu den Wirtschafts- 
räumen im Südosten bei A, wo der Terrasse eine grofse Frei- 
treppe vorgebaut gewesen sein wird, von der sich freilich keine 
Spuren mehr gefunden haben. Diesen Zugang konnten natür- 
lich nur Fufsgänger benutzen. Der zweite war bei S, zu dem 
wahrscheinlich auf der Ostseite eine sanft ansteigende Rampe 
R emporführte. 
Von S aus gelangte man durch ein Thor in einen mit 
gebrannten Ziegelsteinen gepflasterten, gewaltig grofsen Hof 
K (62 X112 m), um den ringsherum Gemächer gelegen 
sind. Diese Form der Anordnung wiederholt sich, wie ein 
Blick auf den Gesamtgrundrifs lehrt, zu verschiedenen Malen. 
Bei L ist ein grofses Portal, welches in die inneren Räume 
des Serails führt. Es ist, wie jeder wichtigere Eingang, rechts 
und links mit kolossalen Stieren geschmückt (wie sie Fig. 6 
zeigt), die wir nachher betrachten werden. Wir gelangen zu- 
nächst in einen schmalen Hof, dann durch eine noch schma- 
lere, langgestreckte Halle (45 x 5,80 m) nach M, dem Mittel- 
punkt der Staatsräume des Königs. Das Verhältnis der Breite 
aller der hier liegenden Gemächer zu ihrer Länge ist uns 
auffällig. Man verstand offenbar in Assyrien noch nicht weite 
Räume zu überdecken. Man kannte zwar neben der horizon- 
talen Holzbedeckung auch das Gewölbe, wie uns Taf. 4, Fig. 7 
beweist, man benutzte es bei Thoren, Gängen, Kanälen, 
hat auch schmale Zimmer und Säle überwölbt, hat wohl so- 
gar Kuppeln zu bauen verstanden, hat aber nicht gewagt mit 
weiten oder flachen Gewölben ausgedehnte Räume zu über- 
spannen. Dafs alle diese um [U gruppierten Gemächer, gegen 
sechzig an der Zahl, die für die Öffentlichkeit bestimmten 
Räume waren, dafür spricht neben ihrer Gröfse auch ihre 
prächtige Ausschmückung. Alle Wände sind unten etwa drei 
Meter hoch mit Reliefplatten bedeckt, wie wir später einige 
betrachten werden, während der obere Teil mit Stuck über- 
zogen ist, auf dem man Gemälde erblickte. Die zwischen 
den Höfen [U und C gelegenen Räume, welche um kleine 
Höfe herum angeordnet sind, scheinen die eigentliche Woh-
        

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