Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226265
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Orients. 
Die Kunst des 
die mit uralten Inschriften und Flachreliefs bedeckt war. Diese 
stellen teils Kampf, teils, wie unser Bild, Bestattung dar. Das 
etwa 30 c hohe Bruchstück zeigt zwei Gruppen von Figuren, 
links ruhig liegende, rechts emporschreitende. Die liegenden 
sind Leichen, die man aber als nebeneinander gelegt zu 
denken hat. Ähnlich drückte die ägyptische Kunst das Neben- 
einander durch das Übereinander aus. Die Leichen sind 
innerhalb der ersten Reihe so geordnet, dafs die Füfse der 
einen rleben dem Kopfe der andern ruhen; von den Gestalten 
der zweiten Reihe stöfst Kopf an Kopf, Fufs an Fufs von denen 
der ersten. Durch eine Stufe, auf welche rechts unten die 
eine Gestalt auftritt, ist dies Massengrab von dem Felde rechts 
abgetrennt. Hier sehen wir geschürzte Männer mit schweren 
Lasten auf dem Kopfe herbeikommen. Offenbar tragen sie 
in ihren Körben Erde herzu in der Absicht den Gefallenen 
einen Grabhügel aufzuschütten.  Das hohe Alter dieses Bildes 
verrät sich in der Rohheit der Zeichnung: die natürlich in 
Vorderansicht gestellten Augen sind viel zu grofs; das Ohr 
ist sehr ungenau gebildet; die Stirn geht ohne Brechung der 
Linie in die stark gebogene Nase über. 
Statue aus Tello. Einer spätern Zeit entstammt Taf. 4, 
Fig. 2. Sie gehört einer Gruppe von acht Figuren an, welche 
sich in verschiedener Gröfse und Haltung ebenfalls in Tello 
fanden." Nach den Inschriften bezeichnet man sie mit dem 
Namen Goudea. Leider fehlt ihnen der Kopf. Auf einem 
Steinsitze erblickt man eine Figur, welche beide Hände vor 
der Brust ineinander geschlagen hat. Diese Haltung der Hände 
war in Assyrien auch in späterer Zeit noch üblich (Taf. 5, 
Fig. 2 u. 3) und bedeutet Ehrfurcht und Huldigung, sei es einem 
Fürsten oder einem Gotte gegenüber. An dem Eingange zu 
einem Heiligtume hat sich Goudea in dieser ehrfurchtsvollen 
Haltung darstellen lassen. Auf seinen Knieen hält er eine 
Tafel, auf welcher unter anderm sich der Plan zu einer grofen 
Bauanlage mit dem Meifsel eingehauen findet. Die Figur ist 
mit einem Gewand bekleidet, das unter der rechten Schulter, 
die es frei läfst, einige Falten schlägt, sonst aber in ziemlich 
eckigen Linien nach unten fällt. Auf der ganzen Vorderseite 
ist es mit Ausnahme eines Streifens mit Inschriften bedeckt, 
welche durch den Charakter der Buchstaben uns das hohe 
Alter des Denkmales verbürgen. Der Körper der Gestalt ist 
kräftig und untersetzt, die Muskeln sind an den Gliedern stark 
entwickelt. Die ganze Figur zeigt, soweit sie nicht bedeckt 
ist, grosse Sicherheit in der Behandlung der Formen und-forg- 
fältige Nachahmung der Natur, besonders an Händen und 
Füfsen. Einige andere Werke, die nur trümmerhaft erhalten
        

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