Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226183
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Kunst des 
Die 
Orients. 
Bogen angezogen, um den Pfeil zu entsenden. Die Zügel 
sind ihm, damit er beide Hände frei habe, um den Leib 
geschlungen. Uber ihm schwebt der Geier, das Symbol der 
Herrschaft über Oberägypten. Hinter dem so grofs darge- 
stellten Könige folgen kleiner gezeichnet seine drei Söhne 
in drei neben einander fahrenden, minder prächtig ausge- 
statteten Kriegswagen. Während aber der König bei seiner 
Tapferkeit wagt allein gegen die Feinde vorzustürmen, trägt 
hier jeder Wagen zwei Personen, von denen je eine Zügel 
und Bogen führt, während die andere einen Schild hält. An 
der linken Seite der Wagen befinden sich Bogentasche und 
Köcher. Die kleine Bergfestung auf der linken Seite des 
Bildes starrt von Pfeilen, und die Verteidiger wenden sich 
alle mit ausgestreckten Händen um Erbarmen ilehend an 
den siegreich vordringenden König, während am Fufse des 
Berges ein mit dem Bogen bewaffneter Einwohner sein Vieh 
eilends davon treibt.  
 Der Typus der Agypter. (Taf. 3, Fig. 2.) Die 
Agypter sind auf den Bildern in der Regel hoch, mager und 
schlank; die Brust ist kräftig, die Schultern sind breit und _voll, 
der Hals ist im scharfen Winkel aufgesetzt. Auch der Gesichts- 
typus ist bei fast allen Figuren derselbe, wie er vergröfsert 
wiedergegeben ist in den beiden Reliefs Taf. 3, Fig. 2. 
Der Kopf ist oft fehr grofs. Die Nafe ift kurz, breit und 
rund, die Stirne ifl niedrig und tritt zurück, die Augen sind 
lang, schmal und im Gegensatz zu dem im Profil stehenden 
Gesichte in der Vorderansicht gezeichnet. Die Lippen sind 
auffallend breit und fest geschlossen. Die Ohren sitzen ungewöhn- 
lich hoch. DerAusdruck ist stets derselbe, mag der Mensch ruhen 
oder arbeiten oder kämpfen, nämlich ruhig, ja starr, einem 
schwermütigen Lächeln sich nähernd. Es werden nicht in den 
einzelnen Figuren einzelne Personen entsprechend ihrem Alter, 
ihrer jeweiligen Lage und ihrem geistigen Zustand zur An- 
schauung gebracht, sondern überhaupt Menschen: der Dar- 
stellung fehlt das Individuelle im Gesichtsausdruck; dafs im 
übrigen, besonders in den Vorgängen aus dem Privatleben, 
die Darflellung lebensvoll und deutlich ist, haben wir gesehen. 
Nach dieser Abschweifung auf die Wandbilder, welche 
nötig war, um die Abbildungen der Tempel zu verstehen, kehren 
wir zur Architektur zurück. Wir haben noch die sogenannten 
Hypogaeen zu betrachten, unterirdische Bauwerke, die teils 
Gräber, teils Tempel sind. Gräber dieser Art finden sich 
sowohl bei Theben als bei Memphis. Taf. 3, Fig. 3 zeigt uns 
ein Felsgrab bei Gizeh, also aus der Nähe des alten Mein- 
phis. Die Wand eines Felsens ist ein wenig schräg abge-
        

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