Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226169
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Die 
Kunst des Orients. 
folge seiner unverhältnismafsigen Gröfse reicht er bis über 
die Mitte des Bassins. Ein anderer ist ins Wasser gestiegen 
und schreitet mit eben gefülltem Krug wieder heraus. Rechts 
von dem Weiher, unten, werden Lehmhaufen aufgehackt; die 
bearbeitete Masse wird dann von anderen in Gefäfsen auf 
den Schultern fortgetragen. Oberwärts zwischen den beiden 
Lehmhaufen schwebt scheinbar eine der eigentümlich ge- 
formten Hacken in der Luft; sie ist als daneben liegend zu 
denken, denn entferntere Dinge wurden regelmäfsig unmittel- 
bar über die näheren gestellt, ohne dafs man deshalb das 
Mafs der Figuren verkleinerte. So ist also auch der über 
der Hacke gemalte Former als im Hintergründe befindlich 
zu denken; die fertigen Lehmsteine vor ihm aber liegen nicht 
etwa übereinander, sondern nebeneinander. Rechts hiervon, 
oberwärts, also ebenfalls im Hintergrunde, liegt noch ein 
Lehmhaufen, und rechts von diesem werden unter den Augen 
eines mit Stab versehenen Aufsehers von einem Arbeiter 
Ziegeln gestrichen, während ein anderer noch Material herzu- 
trägt. Darunter (also im Vordergrunde) sind trockene Steine 
aufgeschichtet, links davon ist ein knieender Arbeiter be- 
schäftigt, das vordere Holz seiner Lehmhacke mittels eines 
Strickes an dem Stiele der Hacke zu befestigen, während 
rechts einer Ziegelsteine auf einer über die Schultern gelegten 
Trage fortschleppen will. Ein Gleiches thut auf einem 
zweiten Stücke des Bildes im Hintergrunde ein anderer, neben 
welchem im Vordergrunde Steine aufgeschichtet sind. Dann 
folgt wieder ein Aufseher, ein Lehmträger, ein Steinträger, 
der sich seiner Bürde entledigt hat. Die Folgenden sind alle 
nach rechts gewendet, wo (unser Bild reicht nicht so weit) 
aus Quader- und Lehmsteinen ein Bau errichtet wird, dessen 
Fugen mit grauem Mörtel verstrichen sind. Der Mann am 
rechten Rand unseres Bildes will eben Mörtel an die Steine 
streichen, während der hinter ihm Kommende einen weifsen 
Stein herzuträgt (den der Zeichner vergessen hat). Die folgen- 
den zwei Männer sind mit dem Mörtel beschäftigt, den der 
eine herzubringt, während der andere ihn knetet. Der nächste 
trägt einen weifsen Stein auf der Schulter. Uberall sind die 
fremdländischen Sklaven, wie auch auf unserer Abbildung er- 
kennbar ist, durch hellere Hautfarbe von den ägyptischen 
Aufsehern unterschieden. 
So werden uns auf den zahlreichen, alle Wände be- 
deckenden Bildern, besonders der Gräber, Personen jeglichen 
Standes vorgeführt in der Ausübung ihres Berufes, Oder beim 
Genufs der Freuden des Lebens; Künste und Handwerke 
jeder Art, Spiele und Lustbarkeiten, Musik und Tanz, Schiff-
        

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