Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228407
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Anh an g. 
den 
Kleinkünste bei 
und Römern. 
Griechen 
lung von grofsen Kandelabern, wie sie zur Erleuchtung der 
Räume im allgemeinen zu dienen pllegten. a, Ö, c zeigen 
solche in ganzer Gestalt. Auf zierlichen Füfsen erhebt sich 
bei a und Ö der schlanke kannelierte Schaft bis zu der auf 
einem Blütenkelch liegenden Platte oder dem Teller empor, 
von dem aus ein bis drei Ollampen (vgl. Fig. 95') mit zwei 
Offnungen (Bilychnis) oder auch mehreren ein immerhin wenig 
helles Licht über den Raum verbreiteten. Einen Kandelaber- 
fufs in Oberansicht stellt dar Fig. 7a, während d uns eine 
Scheibe vorführt, wie sie oft über dem Fufse z. B. bei a an- 
gebracht ist. Glockenförmig ist diese Scheibe gestaltet bei Z. 
Selten ist der Schaft nicht gefurcht wie bei c, dessen un- 
terer Teil übrigens hohl ist, so dafs der obere Teil je nach 
Bedürfnis weit hineingelassen werden kann. Die Fufskon- 
struktion ist bei diesem Geräte so, dafs der Schaft herausge- 
löst werden kann. Die Gestaltung des oberen Teiles der 
Kandelaber ist, wie uns lz 2' k m lehren, sehr mannigfach; 
teils verwandte man blofs Ptlanzenornamente, teils auch Fi- 
guren. Zuweilen hat der Schaft mehr das Aussehen eines 
Baumstammes wie bei g, aber das ist bei Kandelabern aus 
Bronze selten, häuüger findet sich das bei solchen aus Mar- 
mor, von denen wir zum Vergleich einen schönen mitteilen 
unter Taf. 34, Fig. 8. Hier ist der Fufs als ein Altar gebil- 
det, dessen Seiten iigürliclzen Reliefschmuck haben. Auf dem 
Altar erhebt sich ein kräftiger Stamm, aus dem in verschie- 
denen Höhen prächtiges Blätterwerk hervorspriefst.  Kleiner 
natürlich waren die bronzenen 'l'ischleuchter, die aber im 
ganzen ähnliche Form hatten, wie die Zimmerkandelaber. 
Von Lampen, die teils aufgestellt, teils aufgehängt wurden, 
ist Taf. 34, Fig. 9 eine grofse Auswahl gegeben, über welche 
sich in der Unterschrift ausreichende Auskunft findet. 
Solche und andre Geräte, wie z. B. geschmackvolle drei- 
füfsige (Taf. 34, Fig. 10) oder auch vierfüfsige Tische zierten 
die Wohnräume und machten sie behaglich. Aufserdem waren 
an geeigneten Plätzchen allerlei kleine Bronzefrguren aufgestellt, 
die ebenso wie die Thonüguren allen möglichen Gebieten 
angehören: besonders Herakles, Aphrodite, Siegesgöttinnen, 
trunkene Faune, Silene waren beliebt, aber auch Bilder VOI1 
Philüsophen und anderen Personen finden sich. Taf. 34, Fig- 11 
scheint einen Anführer darzustellen, der seine Truppen dllfCh 
eine Rede anfeuert. Die aufserordentlich fein gearbeitete Sta- 
tuette ÖiCSCS wohlgerüsteten und behelmten Kriegers, die wahr- 
scheinlich dem vierten Jahrhundert v. Chr. angehört, zeigt in 
dem bärtigen Gesicht trotz der Kleinheit der Figur durchaus 
individuellen Ausdruck.
        

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