Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228396
Metallarbeiten. 
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übereinander, vorn umrahmt der Draht in zweimal ausge- 
bogter Linie eine dünne verzierte Goldplatte, an der dann die 
eigentliche linsenförmige Bulla hängt; in dieser pflegten Kinder 
vornehmer Familien Amulette auf der Brust zu tragen. 
Rechts und links von dieser Bulla zeigt unser Bild zwei 
Fingerringe, von denen der linke in geschmackvollster Weise 
eine spiralig gewundene Schlange mit aufwärts gerichtetem 
Kopfe darstellt, während der andere aus zwei sich begegnenden 
Schlangenköpfen zusammengesetzt ist. Die spiralige Schlange 
kehrt auch bei dem in der Mitte befindlichen Armband 
wieder, innerhalb dessen wir noch zwei Abbildungen eines 
Siegelringes mit Gemme erblicken. 
Neben dem eigentlichen Schmucke wurde von früh an 
auf die Herstellung kostbaren Prunkgerätes für Haus und Tafel 
viel Kunst verwandt. Von den berühmten griechischen Me- 
tallarbeitern (Toreuten) wie Mys, Mentor, Boethos ist freilich 
nichts auf uns gekommen; zu welcher Höhe aber dieser Zweig 
der Kunst sich entwickelt hat, beweisen Erzeugnisse der spä- 
teren Zeit. Uns liegt am nächsten der sogenannte Hildesheimer 
Silberfund, eine Anzahl 1867 bei Hildesheim ausgegrabener 
silberner Prachtgefäfse, welche vermutlich zur Tafelausstattung 
eines vornehmen Römers gehört haben. Taf. 34, Fig. 3 ist 
eine im Innern mit reichstem Reliefschmuck ausgestattete Schale, 
die offenbar blofs als Schaugefäfs gedient hat. Auf dem runden 
Felde in der Mitte sieht man, in Hochrelief getriebenü) die 
gerüstete Athene auf einem Felsblock sitzend, den Kopf nach 
hinten gerichtet. Mit der rechten Hand hält sie einen PHug- 
sterz, mit der linken den Schild. Ägis, Helm und Pflug sind 
vergoldet, ebenso das den Rand bedeckende zierliche Blätter- 
Ornament. 
Äufseren Schmuck zeigen die beiden Trinkbecher 
Taf. 34, Fig. 4 und 5, der eine Satyrköpfe zwischen Wein- 
und Epheuranken, der andre Masken von Satyrn über einem 
Löwenfell und in den freien Feldern T hyrsosstäbe und andre 
auf den Bacchusdienst bezügliche Geräte. 
Am zierlichsten aber ist der Schmuck des grofsen Misch- 
kessels Taf. 34, Fig 6. Am Fufse des Gefäfses sitzen Wappen- 
artig angeordnete Greifen und zwischen ihnen und aus ihrem 
Gefieder winden sich in Blüten auslaufend leichte Ranken 
empor, zwischen denen sich kleine Genien im Kampfe mit 
kleinem Seegetier tummeln. 
Noch reichlicher als die Gefäfse aus Edelmetall waren 
natürlich Geräte aus Bronze in wohlhabenden Häusern zu 
Enden. Die Ausgrabungen in Pompeji haben deren unendlich 
viele zu Tage gefördert. Tat". 34, Fig. 7 enthäu eine Samm-
        

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