Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228366
234 
Anhang. 
Kleinkünste bei 
den 
Griechen und 
RÖIDCTH. 
Getreuer vom Pferde und führt dieses heran, um es seinem 
Herrn zur Flucht anzubieten, während er selbst wohl seine 
Treue mit dem Tode besiegeln wird. Dafs diese That be- 
sonders hervorgehoben werden sollte, beweist die Stellung des 
Pferdes fast mitten im Bilde.  Es scheint, dafs das Original- 
gemälde, nach dem dieses Mosaik gemacht wurde, in der Zeit 
Alexanders entstanden ist. 
Münzen. 
Während fast alle andern Kleinkünste den innigsten Zusam- 
menhang mit der Kunstentwickelung im allgemeinen zeigen, 
blieb man auf dem Gebiete der Stempelschneidekunst, wenig- 
stens in Athen, mit einer gewissen Zähigkeit am Alten hängen. 
Der ersten Periode der Münzprägekunst gehört Taf. 33, 
Fig. 7 an, Münze von Korinth. Die Rückseite hat noch die 
viereckige Vertiefung, das quadratum incusum, d. h. den Ein- 
druck eines die Münze beim Prägen festhaltenden Vorsprunges 
am Prägestocke, die Vorderseite zeigt den Pegasos. Sie ist 
ein dickes Silberstück, ebenso wie Taf. 33, Fig. 8: Münze 
von Athen. Aber hier zeigt sich schon die Doppelprägung, 
die in Athen ungefähr um die Wende des sechsten ]ahrhun- 
derts von Hippiasilg; eingeführt worden ist. Auf der Vorderseite 
erblickt man einen altertümlichen Kopf der Athene, auf der 
Rückseite die Eule, den Olzweig und die Anfangsbuchstaben 
des Prägeortes. Während man in Athen an dieser einfachen 
Art lange festhielt, hatte man in anderen Städten schon ge- 
fätlligere Prägungen, so Taf. 33, Fig. 9, Münze von Sikyon, 
mit einer lebendig gezeichneten Chimära und den Anfangs- 
buchstaben des Prägeortes auf der Vorderseite, Während auf 
der Rückseite zwei Olivenzweige eine fliegende Taube kranz- 
artig umgeben. Gern schmückte man die Rückseite der 
Münzen mit Nachbildungen berühmter heimatlicher Götter- 
bilder oder Kultusstätten. Taf. 18, Fig. 1 zeigt den thro- 
nenden Zeus des Pheidias, sowie den Kopf desselben auf 
elischen Münzen, Taf. 33, Fig. 10 die gefeierte Aphrodite 
der Knidier, das Werk des Praxiteles. An ein altes Heiligtum 
Spartas erinnert 'l'af. 33, Fig. 11 mit der Nachbildung der 
Statue der Athene Chalkioikos, die von dem Spartaner Gi- 
tiadas herrührte. Andere Münzen bewahren das Andenken 
an historische Thatsachen. So zeigt 'I'af. 38, Fig. 12 auf der 
einen Seite den Kopf des olympischen Zeus, auf der andern 
den Hlflengott Pan mit der Flöte, der auf dem Olympos ge- 
lagert ist. Die Inschrift A R thut dar, dafs nach der Schlacht 
bei Leuktra Arkadien sich zu einer politischen Einheit zusam-
        

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