Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228319
Thongefäfse. 
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durchaus freihändig hergestellt ist der Schmuck bei Taf. 7, 
Fig. 5, einem Bruchstücke einer Vase aus Mykenae. Wesent- 
lich verschieden ist Taf. 82, Flg. 6. Hier ist die ganze Fläche 
mit teppichartigen Streifen überzogen, die neben blofs linearen 
Ornamenten Tiere (anderswo auch Menschen) zeigen. Dieser 
Stil heifst nach seiner Herkunft der asiatische. Der leere Raum 
wird hier so gemieden, dafs, soweit nicht andere Formen den 
Grund bedecken, dieser mit Punkten und Blumen, besonders 
Rosetten, übersäet ist. Nur oben und unten schwindet diese 
Art Schmuck, und zwar unten, um dem schon früh aufkommenden 
Kranze lanzettförmiger Blätter Raum zu lassen. Von Farben 
erscheinen Blafsgelb als Grundfarbe des Thones, Schwarzbraun 
bei den linearen Ornamenten und dem gröfsten Teil der Fi- 
guren und Violett an einigen Stellen, wo die dargestellten 
Figuren in Natur eine besondre Färbung zu haben pflegen. 
Während in dieser Periode auf die Gliederung der Gefäfs- 
form bei der Dekoration keine Rücksicht genommen wurde, 
geschah dies in der folgenden, in der meist schwarze Figuren 
auf rötlichem Grunde gemalt wurden. Der Blätterkranz oberhalb 
des Fufses ist zur Regel geworden. Es erscheinen auch in 
dieser Periode noch Tierreihen, wie bei Fig. 6, aber seltner. 
Gewöhnlich ist das Gefäfs unten und am Halse mit linearen 
Ornamenten geschmückt (F ig. 8), während der ausgebauchte 
Teil für gröfsere Bilder mit menschlichen Figuren ausgespart 
ist. Unmittelbar unter diesen Bildern ist oft eine grofse, 
schwarzglänzende Fläche (Fig. 9). Die schwarzaufgetragenen 
Figuren heben sich von dem kräftig rotgelben Grunde wie 
Silhouetten ab. Innerhalb derselben ist zur Gliederung gele- 
gentlich auch Weifs und Dunkelrot verwandt. Der Schein 
grofser Festigkeit, den die schwarze Grundfarbe verleiht, wird 
noch gesteigert, wenn, wie bei Fig. 19, nur ein beschränkter 
Raum für Bilderschmuck ausgespart ist. Die Trinkschalen 
sind häufig mit grofsen Augenpaaren verziert (Fig. 11 und 12), 
die vielleicht den bösen Blick abwenden sollen; neben ihnen 
erscheint zuweilen auch noch figürlicher Schmuck. 
Manche Gefäfse haben einen gelblichweifsen Farben- 
überzug, auf den der übrige Schmuck aufgetragen ist, Eine 
besondre Gattung dieser Art sind die reizvollen weifsen Leky- 
thoi (Fig. 23) der attischen Gräber, deren Bilderschmuck in 
der Regel Ausstellung des Leichnams, Grablegung, Charon im 
Nachen, Gräberdienst zeigt. Sie scheinen erst im fünften Jahr- 
hundert üblich geworden zu sein und damals den plastischen 
Schmuck der Gräber verdrängt zu haben 36), 
Mit dem Beginn des fünften Jahrhunderts v. Chr. hebt 
im allgemeinen eine neue Periode der Vasenmalerei an: man
        

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