Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228254
Kap. 
römischen 
den übrigen 
Die; Kunst unter 
Kaisern. 
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die zumeist gewöhnliche Marktware gewesen sind, zum Teil 
aber durch die Arbeit sowohl wie durch die in Relief ange- 
brachten Bilder unsere Aufmerksamkeit erregen. In der Regel 
zieht sich die figürliche Darstellung an zwei Schmalseiten und 
der eingeschlossenen Langseite hin, während die andere Lang- 
seite an einer Wand stand. Der pamülische Sarkophag ist 
Oval und hat nur an der einen Hälfte Figurenschmuck. Die 
ganze Komposition wird durch die in der Mitte stehende Ge- 
stalt der Athene genau in zwei Hälften geteilt, deren erstere 
Bildung und Belebung des Menschen zum Gegenstand hat, 
während sich auf der anderen Tod und Himmelfahrt darge- 
stellt findet, beides unterniischt mit verwandten Vorstellungen, 
die auf beiden Seiten ziemlich symmetrisch angeordnet sind. 
Wir bieten in unserem Bilde zwar nur den mittleren Teil des 
Reliefs, müssen aber zum besseren Verständnis die ganze Kom- 
position besprechen. Lassen wir die äufsersten Figuren der- 
selben zunächst unbeachtet, so finden wir links zuerst die 
Werkstätte des Hephaistos dargestellt. Hoch auf lodert die 
Flamme, hinter welcher ein Gehilfe mit dem Blasebalg be- 
schäftigt erscheint, während zwei andere dem Gott beim 
Schmieden beistehen. Das ist die Stätte, wo Prometheus das 
Feuer stahl, um es den Menschen wieder zu bringen. Zur 
Strafe wurde er an den Kaukasus angeschmiedet, und der 
Adler frafs ihm täglich die Leber ab. Das zeigt das andere 
Ende des Bildes, zugleich aber nähert sich auch Herakles, 
um ihn zu befreien und mit Zeus zu versöhnen. Neben der 
Werkstätte des Hephaistos ist eine kleine Gruppe; Psyche und 
Eros in inniger Umarmung. Sie stehen zu Füfsen einer gewal- 
tigen, hingestreckten Frauengestalt, derErdgöttinTellus, welcher 
zwei Knaben das Füllhorn halten; sie selbst ist nach der Mitte Zu 
gewandt (s. Fig. 7 links), um den dort stattfindenden Vorgängen 
zuzuschauen. Hier ist ein späterer Zug der Prometheussage 
dargCStCÜtI 50913611 hat der Heros aus dem Thon, welchen er 
dem neben der Tellus stehenden Korbe entnommen hatte, 
den Menschen gebildet; jetzt flöfst ihm Athene, die durch 
Helm, AglS und Eule gekennzeichnet ist, die Psyche, den 
Geist ein, indem sie ihm einen Schmetterling aufs Haupt 
setzt. Der so belebte Knabe ist zwischen ihr und dem Pro- 
metheus stehend zu schauen. Links oberhalb dieser Scene 
erhebt sich der das aufgehende Leben bedeutende Sonnen- 
gott aus dem durch Poseidon und einen Tritonen bezeichneten 
Ocean. Vor den Sonnenrossen stehen auf dem erhöhten Hinter- 
grunde zwei der Schicksalsgöttinneni (s. Fig, 7 links Oben) 
oder Moiren: Klotho, welche den Schicksalsfaden spinnt, und 
Lachesis, welche das Geschick des Neugeborenen aus der
        

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