Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228232
Die Kunst unter den übrigen röxuischen Kaisern. 
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grofsen Seitennischen für warme Bäder gesorgt. Das ist der 
Centralbau des Ganzen, den wir nachher näher betrachten. 
Von hier aus gelangt man, in der Axe des Gebäudes weiter 
schreitend, durch einen kleineren Saal zu einer von Fenstern 
durchbrochenem Rotunde von 50 m Durchmesser, dem Tepi- 
darium, D, einem mäfsig erwärmten Raume, in den man sich 
meist zuerst begab, um allmählich in Schweifs zu geraten. In der 
Nähe dieser Rotunde waren die Heizräurne, sowie Dampfbäder, 
Laconica, für solche, welche die andern Bäder unbenutzt liefsen 
und nur trocken schwitzten und darauf ein kaltes Bad oder 
einen kalten Ubergufs nahmen. Andere Räume dienten zum 
An- und Auskleiden, Apodyterium, und zum Salben, Unct0- 
rium; denn nach dem kalten Bade, unmittelbar vor dem An- 
kleiden, pflegte man, um dem Schwitzen ein Ende zu machen, 
sich abreiben und einölen zu lassen. Die übrigen Gemächer 
und Säle dienten zu allerlei Kurzweil und Unterhaltung. S0 
dienten beide Säle A als Sphäristeriuin oder Palästra für 
Ballspiel und Gymnastik. Im unteren Stock sowohl wie im 
zweiten, soweit ein solcher vorhanden war, befanden sich Bi- 
bliotheken und Lesesäle. Aufserdem waren allerorten in 
Nischen Ruhebänke aufgestellt, zum Zuschauen oder zur Unter- 
haltung. Aufserhalb des Gebäudes hinter der Rotunde war 
ein Stadium, eine Rennbahn für Wettläufer, angelegt. Dahinter 
befand sich die Wasserleitung samt den Wasserbehältern, von 
denen aus die einzelnen Bäder gespeist wurden. Für Vor- 
lesungen, Vorstellungen oder sonstige gemeinsame Unterhal- 
tungen dienten die rechts und links an den seitlichen 
Umfassungsbziuten angebrachten, nach aufsen halbrunden 
Exedrae (vgl. S. 165). 
Das Bedeutendste blieb immer der Hauptbau, wo alle 
möglichen Weisen der Anordnung von Bauteilen, die bis dahin 
ersonnen waren, aufs ziveckmäfsigste zur Herstellung eines 
ebenso praktischen wie glänzenden Ganzen verwertet worden 
waren. Und hier war wieder das Grofsartigste der "faf. 81, 
Fig. 5 abgebildete mittlere Saal (Grundrifs B). Auf acht Riesen- 
säulen, von denen hier je drei auf jeder Seite zu sehen sind, 
ruhte ein Kreuzgewölbe, welches einen Raum von 56 m in 
der Länge, 22 m in der Breite iiberspannte. Uber dem Ka- 
pitell der korinthischen Säulen sind, wie eine Erinnerung an 
den Balkenbau, Stücke des Gebälkes erhalten: Architrav, Fries 
und Kranzgesims, über dem erst die Füfse des Gewölbes auf- 
setzen. Die Gewölbeliäche ist zum Zweck der Dekoration in 
verschiedene Felder aufgelöst, die in harmonischer Weise be- 
malt waren. Im Hintergrunde sehen wir einen niedrigeren 
Bogen, der rechts und links auf Pfeilern aufsitzt, dahinter vier
        

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