Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228190
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langer 
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Arme, dessen Haltung übrigens bedeutungslos erscheint; als 
Gegengewicht trägt die rechte Hand die kriegerische Lanze, 
an deren unterem Ende sich eine Schlange aufringelt. Diese er- 
innert wohl an die Burgschlange, die sich hinter dem Schilde 
der Athene Parthenos barg. S0 lange man noch meinte, die 
Statue sei in einem Tempel der Minerva gefunden, deutete 
man die Schlange als Heilschlange, nannte die Statue geradezu 
Minerva Medica und suchte ihre Entstehung in der Zeit, in 
welche man den Bau des Tempels versetzte. Seitdem man 
aber diesen sogenannten Tempel der Minerva Medica als einen 
Teil einer grofsartigen Thermenanlage erkannt hat, sind diese 
Annahmen hinfällig geworden. 
Eines der besten Erzeugnisse aus dem zweiten jahrhundert 
n. Chr. ist die Taf.31, Fig.3 abgebildete eherne Reiterstatue 
des Kaisers Marcus Aurelius {Antoninus Philosophus), die 
für uns um so wertvoller ist, als nur wenige Reiterstatuen aus 
dem Altertum auf uns gekommen sind. Galt es doch lange 
als ein Vorrecht der Herrscher, sich in dieser Weise bilden 
zu lassen. Das kostbar geschirrte, mit Metallplättchen 
(Phalerae) am Kopfe geschmückte Pferd ist im Schreiten be- 
griffen, es hebt den rechten Vorderfufs. Das Tier ist lebendig 
in seiner Erscheinung und naturwahr, aber plump; wahrschein- 
lich ist es eine genaue Nachahmung des kaiserlichen Leibrosses. 
Der Kaiser sitzt etwas steif zu Pferde (wie ein Philosoph", hat 
man im Scherz gemeint); die linke Hand scheint den Zügel 
geführt zu haben, den rechten Arm hat er wie segnend nach 
vorn gestreckt. Sein Antlitz hat den Ausdruck der Güte. 
Das Haar ist höchst sorgfältig perückenartig gearbeitet. Die 
Tracht des Kaisers ist eine ärmellose, gegürtete Tunika und ein 
Kriegsmantel; das Haupt ist unbedeckt, die Beine sind nackt, 
aber mit halbhohen Stiefeln bekleidet. 
Unter Taf. 29, Fig. 8 erblicken wir den Triumphbogen 
des Kaisers Constantinus. Derselbe besteht aus einem 
gröfseren mittleren und zwei kleineren seitlichen Tonnenge- 
wölben mit Attika (s. S. 206) darüber. Dem Sockel der 
Pfeiler an Höhe entsprechend stehen vor-denselben vier mit 
Reliefs gezierte Postamente, auf denen sich korinthische Säulen 
erheben. Diese sind mit der Hinterwand in eigentümlicher 
Weise verbunden  Taf. 30, Fig. 4). Hatte man früher die 
Säule, die  nur als Ornament, nicht zum "Fragen diente, 
mit der Mauer halb verschmolzen (Halbsäule), so hat man 
sie jetzt von der Mauer losgelöst und vor dieselbe gestellt, 
aber nicht so weit wie bei den Peripteralanlagen griechischer 
Tempel. Da andrerseits der Abstand der einzelnen Säulen 
unter sich zu grofs war, als dafs sie durch Steinbalken mit-
        

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