Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228174
Kap 
römischen Kaisern. 
übrigen 
Die Kunst unter den 
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haben. Sie hatten die Bestimmung, grofse, luftige und lichte 
Räume für öffentliche Gerichtssitzungen und den Verkehr, be- 
sonders der Geschäftsleute, zu gewähren, enthielten aber auch 
abgesonderte Räume fiir allerlei gemeinnützige Anstalten, z, B, 
Bibliothekeil Eine der gröfsten Basiliken war die Ulpia, 
Sie war fünfschifiig, mit vier Säulenreiheii im Innern und ent- 
sprechenden Säulenstellungen an den Schinalseiten. Die ganze 
Breite betrug 58,26 m, das mittlere Schiff war fast 25 m breit. 
An der westlichen Schmalseite schlofs sich eine der Breite 
der drei mittleren Schiffe  fast 43 m  entsprechende 
Halbkreisnische (E) an, Tribuna oder Apsis genannt, die von 
einer Halbkuppel übervvölbt war. Ein ähnlicher Ausbau be- 
fand sich vielleicht an der Ostseite bei B30). Hier war der 
Sitz für die öffentlichen Gerichtshöfe, während innerhalb der 
Säulenhallen der kaufmännische und sonstige Verkehr statt- 
fand. Licht emphng der Bau teils von den offenen Seiten 
aus, teils durch Fenster in den Wänden des die Seitenschiife 
an Höhe weit überragenden Mittelscliiifessl), bei A führte ein 
viersäuliges Portal zum Forum, zwei kleinere, zweisäulige be- 
fanden sich rechts und links davon. Nach Norden schlossen 
sich an die Basilica Ulpia zwei Gebäude an, DD, welche 
Bibliotheken enthieltenw). Das zwischen ihnen mit C be- 
zeichnete Denkmal ist die Trajanssäule, zu der aus der Basi- 
lika ein Portal führte. 
Taf. 31, Fig. 1 zeigt uns einen aufrecht stehenden, schönen, 
jugendlichen Mann mit dem Ausdrucke der Schwermut in dem 
geneigten Haupte. Es ist eine Statue von dem Lieblinge des Kai- 
sers Hadrian, von Antinous, der nach seinem Tode von der 
griechisch-römischen Welt in den Kreis der Heroen aufge- 
nommen wurde. Antinous, ein bithynischer jüngling, der des 
alternden Hadrian ganze Liebe besafs, hatte seinen Tod im 
Nil bei Besa gefunden, wahrscheinlich indem er einem ver- 
breiteten Aberglauben folgend sein Leben hingab, um das 
seines kaiserlichen Herrn zu verlängern. Der Kaiser, von 
diesem Beweise hingebender Anhänglichkeit__aufs tiefste ge- 
rührt, wufste sich nicht genug zu thun in Aufserungen der 
Trauer und erwies dem Antinous alle erdenklichen Ehren; die 
Griechen aber wufsten ihn schmeichelnd noch zu überbieten; 
sei machten ihn zu einem bithynischen Halbgott und stifteten 
für ihn einen göttlichen Kult. Dies ist der Anlafs, warum 
wir von diesem schönen Jünglinge zahlreiche Bilder haben, 
die ihn idealisiert teils als Heroen, teils als Gott zeigen. 
Unsere Statue, die sich in der kapitolinischen Sammlung be- 
findet, entbehrt zwar aller besonderen Attribute, erinnert aber, 
zumal durch die Behandlung der Haare, an Hermes. Der
        

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