Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228162
Bausche die Schleudersteine hält. Unter dem Schutze dieses 
AingriHs durch die Leichtbewaffneten dringen die Legions- 
soldaten, mit ihren Schilden sich deckend, zum Sturm gegen 
die Mauern hervor. Rasch hat einer die Leiter angelegt und 
ist behend hinaufgestiegen, die herabfliegenden Steine nicht 
achtend. Einer von den Verteidigern hat versucht ihn wieder 
hinabzustofsen. Aber ein wuchtiger Hieb mit dem Schwert 
hat das Haupt des Gegners vom Rumpt getrennt, von dem 
leblos die Arme über die Mauer herabhängen. Doch ist dem 
Tapfern der Erfolg noch nicht sicher. Denn rechts legt ein 
Feind den Pfeil auf ihn an, links scheint ihn ein anderer mit 
der Lanze zu bedrohen. Aber es kommt auch Unterstützung. 
Links naht eine Gruppe mit Leitern, welche die Aufmerksam- 
keit eines Teiles der Verteidiger auf sich zieht. Ganz links 
hat ein römischer Signifer einen erhöhten Standpunkt einge- 
nommen und sieht mit links gewandtem Haupte dem Aus- 
gange des Kampfes gespannt entgegen.  So anschaulich und 
lebendig wie diese Scene sind die meisten dieser Reliefs. Es 
ist eine Art steinerne Chronik, die in treuer Weise die Er- 
eignisse des Krieges vorfuhrt. Die Beschränkungen, welche 
das griechische Relief sich ursprünglich auferlegt hatte, sind 
allmählich vergessen worden. Nicht mehr begnügte man sich 
mit symbolischer Andeutung des Ortes, sondern wir sehen 
eine die Natur nachahmende Darstellung desselben; nicht mehr 
erscheinen die Figuren blofs in Profilstellung und in Bewe- 
gungen, die der Richtung der Fläche folgen, ohne dafs einzelne 
Glieder herausfahren, sondern sie haben jegliche Art Haltung 
und Richtung; nicht mehr sondert sich möglichst jede Gestalt 
von der anderen, sondern sie verdecken sich vielfach gegen- 
seitig; nicht mehr spielen sich die Scenen vor Hacher Wand 
ab, sondern man hat den Bildern eine grofse Tiefe gegeben, 
zu deren Darstellung statt des Hintereinander vielfach das 
Übereinander dienen rnufs: das Relief ist im Laufe der Zeit, 
wie wir schon bei der Gigantomachie in Pergamos erkannten, 
mehr und mehr malerisch gewordenw). 
Basilica Ulpia. (Tat. 29, Fig. 7.) Die 'l"rajanssäule 
Wurde im Jahre 113 n. Chr. errichtet und bildete einen Glanz- 
punkt einer grofsartigen Anlage, des Forum Trajanum, welches 
in dem damals an monumentalen Bauten so reichen Rom 
wegen seiner prächtigen Umgebung als das schönste galt. 
Die Nordseite dieses Forum bildet die auf Taf. 29, Fig. 7 
im Grundrifs dargestellte, nach Trajans Familiennamen be- 
nannte Basilica Ulpia. Die Basiliken sind ursprünglich von 
den Griechen herübergenommene offene Hallen, die aber bei 
den Römern eine grofse Umbildung oder Ausbildung erfahren 

        

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