Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228123
210 
III, 
Kunst bei 
Die 
Römern. 
den 
Seite des Atrium ist durch einen gerefften Vorhang D teil- 
weise abgeschlossen. Von Möbeln sehen wir nur wenig, desto 
mehr Decken- und Wandschmuck, und freundlich blickt des 
Himmels blaues Auge herein. 
Wandmalerei. Taf. 29, Fig. 4 bietet uns einen Teil 
einer bemalten Wand, nur dafs hier der Reiz der Farbe 
mangelt. Die ganze Wand ist senkrecht in eine ungleiche 
Anzahl Felder geteilt, die, wie unser Bild an zwei solchen 
Feldern zeigt, in verschiedener Weise behandelt waren. Der 
Höhe nach ist das Ganze in zwei Flächen geteilt, den Sockel und 
die eigentliche Wand; oft kommt hierzu oben noch ein dritter 
Teil, ein Fries. Der Sockel der linken Hälfte unseresBildes 
zeigt eine von Linien eingerahmte, scheinbar viereckige Offnung 
in der Wand, über Welche Blumengewinde herabhängen, die 
in der Mitte von einem Tierkopfe gehalten werden. Von hinten 
herbeigekommen hat sich auf der scheinbaren unteren Fläche 
der Offnung eine weibliche Figur halb aufgesetzt, die den 
rechten Arm auf die Mauer stemmt, mit der ausgestreckten 
Linken die aufs Knie gestützte Lyra hält und ihr Gesicht dem 
Zimmer zuwendet. Uber dem als Brüstung behandelten sinis- 
artigen Abschlufs des Sockels findet sich ein gleichmäfsig 
dunkelgrundiertes Feld, das rechts und links von den Linien 
der benachbarten Architekturbilder, oben von einem Rahmen 
eingeschlossen ist. Rechts und links steigen auf diesem dunkeln 
Hintergrunde ganz leicht gehaltene PHanzenornamente in die 
Höhe, auf deren Spitze sich je ein Vogel wiegt. Von oben 
hängen Bänder in flachen Bogenlinien herab, in der Mitte 
schweben zwei leichte Gestalten: ein geflügelter Genius mit 
einer umgestürzten brennenden Fackel in der Rechten trägt 
ein Weib. Das reicher geschmückte rechte Feld ist so an- 
gelegt, dafs es den Schein erweckt, als ob es ins Zimmer 
vvorspringe. Es zeigt im Sockel ebenfalls eine fensterartige 
Offnung, deren Linien die Basis eines vertieften Rechteckes 
sonderbar durchschneiden. Auf der unteren Fläche steht ein 
schäumender Becher. Der Sockel schliefst mit demselben 
Gesims ab wie das Nebenfeld. Darüber erhebt sich ein drei- 
teiliger, zweistöckiger Pavillon, getragen von leichten Säulen 
und mit allerlei zierlichem Ornamentwerk geschmückt. Um 
de? Schein der Wirklichkeit zu erhöhen, tritt von hinten eine 
weibliche Figur in den unteren Mittelraum ein. 
Solche phantastische Architektur kehrt bei vielen Wand- 
dekorationen in Pompeji wieder. Säulchen, Gebälke, Gerüste 
und Giebel sind aus zartem, luftigem Stoffe gebildet, so dafs 
sie nichts tragen können und also den Gesetzen der Archi- 
tektur Hohn sprechen; die Perspektive ist vielfach falsch; aber
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.