Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228078
Kunst unter den 
Die 
Kaisern. 
römischen 
übrigen 
205 
hängender Mauerring bildet, der blofs von viereckigen Fena 
stern durchbrochen wird. Mit diesem Rundbogenbau sind, 
ähnlich wie bei dem Marcellustheater, Elemente des Säulen- 
baues in Verbindung gesetzt, in der Weise, dafs das untere 
Stockwerk auch hier dorische Halbsäulen zeigt, aber mit Basen, 
das zweite ionische, das dritte korinthische, diese beiden mit 
Postamenten. Der das vierte Stockwerk bildende Mauerring 
ist durch ebenfalls auf Postamente gestellte korinthische Pilas- 
ter gegliedert, über welchen endlich einfache Konsolen das 
kräftig hervortretende abschliefsende Gesims tragen. Die je 
drei zwischen je zwei Pilastern hervorkragenden Steine sind 
nicht Zierglieder, sondern dienten als Unterlage für Mastbäume, 
an deren Spitzen die gegen die Witterung schützenden riesi- 
gen Decken befestigt wurden (S. F ig. 3). Über diesen Kragsteinen 
sind im oberen Mauerrand Offnungen angebracht, durch welche 
die Mastbäume eingelassen wurden. In den Bögen des zweiten 
und dritten Stockwerkes hat man sich zur Vervollständigung 
des Schmuckes noch Statuen und zwischen den Pilastern des 
vierten Stockwerkes an den fensterlosen Wandteilen Relief- 
schilder befestigt zu denken. Trotz seiner kolossalen __Gröfse 
wirkt das Amphitheater nicht massig. Die je achtzig Olfnun- 
gen der Stockwerke gliedern und entlasten die Massen, die 
Ornamentik erleichtert sie, ohne sich so vorzudrängen, dafs 
Einzelheiten den gewaltigen Eindruck abschwächten. Man hat 
mit Recht vermieden, die so oft sich wiederholenden dekora- 
tiven Teile durch Häufung von Ziergliedern oder durch be- 
sonders feine Ausarbeitung hervorzuheben. Wie die Wirkung 
des Baues grofsartig und schön ist, so war derselbe auch 
durchaus praktisch, da er 87000 Menschen gute Sitzplätze 
bot und Zutritt und Austritt in leichtester Weise gestattete. 
Das flavische Amphitheater wurde der Bau genannt, weil er 
vom Kaiser T. F lavius Vespasianus errichtet, von seinem Sohne, 
Kaiser Titus, geweiht worden war. Der Name Colosseum 
stammt erst aus späterer Zeit. 
Taf. 28, Fig. 5 bringt uns eine Abbildung des sogenann- 
ten Titusbogens. Es war in Rom Sitte, bei Triumphfeier- 
lichkeiten die Wege und Platze, welche der Festzug durch- 
schritt, mit allerlei Verzierungen zu schmücken, die womöglich 
Bezug auf das Fest hatten. So wurden insbesondere auch 
Bögen über die Strafse gebaut, die man in der Kaiserzeit zur 
Erinnerung an die Feierlichkeit öfters später in festem, kostbarem 
Material ausführen liefs. Solch ein Bauwerk ist der zu Ehren 
des Titus im jahr 81 n. Chr. an der zum Forum führenden 
Sacra Via errichtete 'l"riumphbogen. Er sollte an die Besie- 
gung der Juden und die Zerstörung jerusalems erinnern. Leider
        

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