Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228058
lQ-IP 
Kunst unter den übrigen römischen 
Die 
Kaisern. 
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seiten rund abzuschließen. Mit diesen verschiedenen Formen 
des Gewölbebaues setzte man den Säulenbau in Verbindung. 
Hierbei verloren allerdings die einzelnen Teile desselben viel- 
fach ihre Bedeutung als tragende oder getragene Glieder und 
wurden blofs dekorativ verwandt, aber man schuf auch so allein 
die Möglichkeit, Gebäude herzustellen, die zugleich den Be- 
dürfnissen der Zeit durch ihre Massenhaftigkeit entsprachen 
und durch ihre Pracht imponierten.  
KAPITEL. 
VIERTES 
Die 
Kunst 
unter 
den 
übrigen 
römischen 
Kaisern. 
Die Bedingungen für die Kunst blieben auch in der nächst- 
folgenden Zeit Wesentlich dieselben. Das Bedürfnis nach Kunst- 
gegenständen steigerte sich nur und verallgemeinerte sich, je 
mehr das Interesse für das Staatsleben schwinden mufste und je 
mehr Rom Weltstadt wurde, so dafs alles dahin zusammenflofs, 
was durch Reichtum oder Talent sich auszeichnete. Umge- 
kehrt giirg natürlich auch von Rom aus viel Anregung hinaus 
in die Provinzen, die nach Kräften an Pracht zu wetteifeni 
suchten. Aber es trat kein politisches Ereignis ein, welches 
zu einem Wendepunkt für Leben und Kunst geworden wäre 
und diese in neue Bahnen geleitet hätte; nur einige Kaiser 
wufsten mehrmals eine Scheinblüte herbeizuführen, doch war 
diese nie von langer Dauer. Ebensowenig lassen sich erheb- 
liche Einwirkungen des erst langsam, tiann rasch sich verbrei- 
tenden Christentums spüren, das ja überhaupt nicht den Beruf 
hatte, den Verfall der antiken Herrlichkeit aufzuhalten. 
Taf. 28, Fig. 1 enthält zunächst einige Kaiserbüsten, 
welche unter die besten der auf uns gekommenen grofsen 
Anzahl gehören. Die erste a ist eine Büste des Augustus, 
jetzt in München. Die Falten auf der Stirn lassen ihn älter 
erscheinen als er in der vatikanischen Statue (Taf. 27, Fig. 8; 
(largestellt ist. Er trägt die sogenannte corona civica, die 
Bürgerkrone aus Eichenlaub, welche die.Errettung römischer 
Bürger aus Gefahren bedeutete. Von den Kaisern erscheinen 
besonders Augustus und Galba mit derselben geschmückt.  
Eigentümlich ist die zweite Büste b, welche den Claudius 
(Kaiser 4r-54 n. Chr.) vorstellt und sich in Madrid beündet. 
Die Stephane auf seinem Haupte neben der Strahlenkrone und 
der blitztragende Adler deuten auf die Vergötterung (Apotheose) 
desselben hin. Unter der rechten Kralle des Adlers ist eine
        

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