Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1228005
Füfse sind, um die Erscheinung über die gemeine Wirklich- 
keitdes Lebens hinauszuheben, unbeschuht. Uber einer kar- 
mesinroten Tunika trägt der Kaiser einen reich mit erhabenen 
Figuren geschmückten Panzer. Der Purpurmantel iSf V011 der 
rechten Schulter herabgeglitten und haftet an der rechten 
Hüfte. In schönem Faltenwurf überschneidet er den unteren 
Teil des Rumpfes, und die beiden Enden fallen vom linken 
Arme, über dem sie sich kreuzen, bis zur halben Kniehöhe 
herab. Der etwas nach rechts gewandte, unbedeckte Kopf 
zeigt mit gröfster Naturwahrheit die kalten, aber doch schönen 
Züge des Kaisers. Die bedeutenderen Linien treten scharf 
hervor, so besonders bei den Backen- und Augenknochen. 
Die Augen liegen, der Wirklichkeit entsprechend, tief, die 
Pupille ist besonders bezeichnet. Das Kopfhaar ist einfach 
und in kräftigen Partien behandelt. Dem Kaiser zur Rechten 
befindet sich ein nachlässig gearbeiteter, auf einem Delphin 
reitender Amor, wohl eine Hindeutung auf die dem Meere 
entstiegene Stammmutter des Geschlechts, auf Venus. 
Der prachtvolle Harnisch des Kaisers erheischt eine ein- 
gehende Betrachtung. Er ist mit gelben Fransen geziert, auf 
seiner Grundtiäche aber ebenso wie die nackten Teile des 
Körpers farblos. Die auf demselben angebrachte, symmetrisch 
angeordnete Komposition ist sorgfältig bemalt. Zu oberst 
ragt aus blauen Wolken mit nacktem Oberleib die biirtige 
Gestalt des griechischen Himmelsgottes hervor, der mit beiden 
ausgestreckten Händen ein purpurfarbiges Gewand gefafst hält, 
das sich über seinem Haupte wölbt. Darunter lenkt der den 
Griechen entlehnte Sonnengott im langen Gewand der Wagen- 
lenker auf karmesinrotem Wagen ein feuriges Viergespann. 
Rechts, vor dem Wagen, schweben die griechischen Göttinnen 
des Morgentaues und der Morgenröte, für deren erstere der 
Römer nicht einmal einen Namen hatte. Sie hat ausgebrei- 
tete blaue Flügel und ein Giefsgefäfs in der Linken, Während 
die vom Schleier umwehte und von jener auf dem Rücken 
getragene Morgenröte in der Linken eine brennende Fackel 
hält. Entsprechend diesen luftigen Gottheiten ist ganz unten 
die nahrungspendende Erde, nicht minder nach griechischem 
Yorbild. Hingelagert, mit einem Ährenkranze im Haar, greift 
sie mit der Rechten nach einem aufgestützten gefüllten Frucht- 
hony während sich links an ihren Busen zwei kleine Kinder 
Schnuegen. Etwas weiter oben erscheinen von rechts und 
links Apollo und Diana, Augustus Lieblingsgötter, ebenfalls 
in ganz griechischer Weise behandelt. Links Apollo, in kar- 
IHCSIHIOIEIII Mantel, mit der Leier in der Linken, auf einem 
Greift! mit blauen Flügeln reitend, rechts die blondgelockte 

        

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