Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227870
Kap  
Die 
Kunst in 
bis gegen Ende der 
Rom 
Republik. 
185 
eigentümlich, wie aufser dem Lysikratesdenkmal besonders die 
in Olympia und auf Samothrake ausgegrabenen Bauwerke, be- 
weisen, so ist sie doch auf italischem Boden besonders häufig" 
gewesen. Die Tempel der Vesta, der man auch dies Heilig- 
tum von Tivoli zuspricht, waren meist rund; andere Rund- 
tempel waren dem Herkules, der Diana, dem Merkur geweiht. 
Einen Rundbau anderer Art zeigt Taf. 25, Fig. 9, das 
Grabmal der Cäcilia Metella. Aut" hohem quadratischen 
Unterbau, der früher mit Travertin bekleidet war, erhebt sich, 
vermittelt durch einige Stufen, die eine Art Basis bilden, ein 
runder Turm von fast 30 m im Durchmesser, der bis zur 
Höhe von ungefähr 10 m aus groben Ülravertinquadern er- 
richtet ist; hierauf ruht ein ringsum laufender Marmorfries, 
bestehend aus Stierschädeln und Blumengewinden. Dann folgt 
ein Gesims. Was sich über diesem noch befand, und wie 
der Rundbau gedeckt war, läfst sich wohl nicht mehr ent- 
scheiden. Die Zinnen, welche jetzt den Abschltlfs bilden, 
stammen vielleicht aus der Zeit der sogenannten Baronsfehden, 
während welcher dieses Grabmal als Festung diente. Die Form 
dieses Rundbaues geht wohl auf das etruskische Tumulusgrab 
(S. 175) zurück. Auf der noch erhaltenen Marmorinschrift 
sind die Worte verzeichnet: Caeciliae Q. Cretici Filiae Me- 
tellae Crassi. Sie war also die Tochter des Metellus Creticus 
(um das jahr 70 v. Chr.) und die Gemahlin eines Crassus, 
aber nicht des Triumvirn. Das Grab findet sich an der Via 
Appia, die von Rom nach Süden führt. Die Alten püegten 
ihren Toten an vielbesuchten Landstrafsen Gräber und Ehren- 
denkmäler zu errichten, von denen uns die Via Appia noch 
zahllose, allerdings des Schmuckes meist beraubte Überreste 
erhalten hat. In besserem Zustande sind die Denkmäler an 
der sogenannten Gräberstrafse von Pompeji, die uns eine voll- 
ständige Übersicht über die verschiedenen Arten giebt, wie 
man die Stätten der Toten zu bezeichnen und zu schmücken 
pflegte, vom einfachen Cippus an bis zu grofsartig angelegten 
Familienbegräbnissen, die teilweise auch mit Bildern der Ver- 
storbenen geschmückt waren. 
Eines der gröfseren Grabmäler ist das des Calventius 
Quietus in Pompeji (vgl. 'I'af. 25, Fig. 10). In der Mitte 
einer quadratischen Umfassungsmauer ist auf einem nach oben 
hin stufenförmigen Unterbau eine reichgeschmückte sella curulis 
aufgestellt. Die einschliefsende Mauer ist vorn niedriger, die 
Ecken werden von Pfeilern gebildet, die Rückseite wird von 
einem giebelartig auslaufenden Mauerstück bekrönt. Das 51,32 
Meter im Quadrat messende Denkmal ist in Marmor ausgeführt 
und zeigt reichen ornamentalen Schmuck.
        

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