Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227791
Alllllilll 
ihrer Schwere und des auf ihnen lastenden Druckes das Streben 
haben, nach dem Mittelpunkte zuzudrängen; da ein jeder aber 
nach aufsen hin breiter wird und die benachbarten Steine ihn 
nicht durchschlüpfen lassen, sondern in derselben Richtung 
vorwärts drängen, so verbinden sie sich untereinander um so 
fester, je stärker der von aufsen ausgeübte Druck ist. Werden 
viele solche gleichartige __Steinringe hintereinander gestellt, so 
entsteht ein wegen der Ahnlichkeit so genanntes 'l'0nnenge- 
wölbe. Ein solches stellt die Cloaca Maxima dar, bei der zur 
Erhöhung der Haltbarkeit drei Steinringe übereinander gela- 
gert sind. Die ursprüngliche Höhe der Cloaca beträgt 3,60 m, 
Das Material besteht im wesentlichen aus gewöhnlichen Tuff- 
quadern, aber in gewissen Entfernungen treten Travertinbögen 
ein, der gröfseren Festigkeit wegen. 
Uber die Wölbung. Die Einführung des Gewölbe- 
baues, von dem wir ansehnliche Spuren in Agypten, Assyrien 
und Griechenland gefunden haben, ist von den bedeutsamsten 
Folgen begleitet. Vor Erfindung desselben war man vorn Bau- 
material in äufserst beengender Weise abhängig gewesen. Der 
Säulenbau erheischte, weil nur ganz festes Gestein, meist in 
gröfseren Blöcken, gebraucht werden konnte, ein kostbares, 
nicht überall zu findendes Material. Aber auch .der festeste 
Steinbalken kann nur zur Überspannung kleiner Zwischenräume 
gebraucht werden, sonst bricht er. Endlich war die Gliede- 
rung des Säulenbaues notwendigerweise immer einegeradlinige. 
Das Gewölbe dagegen kann aus kleinen Stücken und in _viel 
wohlfeilerem Material ausgeführt werden, ist ja sogar gebrannte 
Erde gut genug. Es kann ferner grofse Weiten überspannen 
und ruft durch Einführung der Bogenlinie gröfsere Mannig- 
faltigkeit hervor. Freilich, die grofse Umwandlung, die hier- 
durch die Baukunst erfahren mufste, trat sehr allmählich ein. 
Wir finden das Gewölbe bei den Etruskern, welche es zuerst 
von allen Völkern in gröfserem Umfange angewandt haben, 
sowie bei den Römern, ihren Erben, lange Zeit durchaus auf 
den Nutzbau beschrankt. Entweder aus Religiosität, welche 
nötigte, an den alten Formen der geweihten Bauten festzu- 
halten, oder aus Mangel an schöpferischer Kraft kam man 
lange nicht dazu, den Gewölbebau weiter auszubilden und 
für den Kunstbau zu verwerten. 
Taf. 24, Fig. 11 ist das alte Thor der etruskischen Stadt 
Volterra. Es ist ein umschlossener, kammerartiger Thorweg 
aus rechtwinkligen grofsen Steinblöcken, mit gewölbten Aus- 
gängen an der aufseren und an der Inneren Seite. Da, wo 
der Gewölbebogen auf der Mauer aufliegt, hat die letztere 
einen Abschlufs durch ein feingegliedertes, weit vortretendes 
Menge, Antike Kunst. 2. Auli. 12
        

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