Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227780
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III. 
Die Kunst bei den Römern. 
teils in Stuck nachgeahmt. Überall an den Wänden und 
Pfeilern erblickt man täuschend in Stuckrelief ausgeführte und 
mit allen möglichen Farben bemalte Haus-, Kriegs- und Ar- 
beitsgeräte. 
Taf. 24, Fig. 7 zeigt uns eine einfachere etruskische Grab- 
verzierung, einen Cippus oder Grabpfeiler; Derselbe hat ein 
Ornament, das an die beim Tumulus von Tarquinii ange- 
brachten Thüren erinnert, rechts und links mit nasenartigem 
Vorsprung, der bei etruskischen Bauten vielfach vorkommt. 
Über dem viereckigen Pfeiler findet sich ein rundes Bauglied 
in Form eines umgekehrten Echinos, dann folgen mehrere 
verschieden weit vorspringende Platten, endlich ein Kegel. 
Unterhalb des Cippus befand sich in der Erde die Aschenurne 
mit den verbrannten Gebeinen 3). 
Tempelgräber zu Norchia. Neben diesen Freigräbern 
giebt es auch Felsengräber, grofse, in Felsen ausgehöhlte 
Räume mit Grabkammern ähnlicher Art wie die oben beschrie- 
benen. Da, wo sie zu Tage treten, ist ihnen meist eine ein- 
fache Fagade mit einer blinden Thür in der Mitte aufgemeifselt, 
während der Zugang unter der Erde ist. Die Gräber von Nor- 
chia zeigen in der, Taf. 24, Fig. 8 dargestellten, Weise die 
Gestalt einer Tempelfront. Die je vier Säulen oder Pfeiler, die 
etwa 1,20 m von der Hinterwand des Felsens abstanden 4), 
sind bis auf geringe Reste geschwunden, während Gebälk und 
Giebel noch deutlich sichtbar sind. Uber dem schmalen Ar- 
chitravstreifen ist eine Art Triglyphenfries und darüber ein 
Gesims. Der eine Giebel läuft rechts in eine aufwärts gewun- 
dene Volute aus mit einem grinsenden Gesicht in der Mitte; 
Giebelfelder wie Wandflächen sind mit Reliefs des verschie- 
denartigsten Inhalts angefüllt. 
Quellhaus zu Tusculurn. Taf. 24, Fig. 9 ist ein ge- 
wölbeartiger Bau, der durch Uberkragung (vgl. S. 48) herge- 
stellt ist. Es ist eine alte Brunnenkammer in der Mauer von 
Tusculuin, die eine Höhe von 2,70 m hat. Von dieser ältesten 
Wölbungsart finden sich noch einige Uberreste in Italien, 
darunter auch das sogenannte Tullianum, das untere Gemach 
des Carcer Mamertinus in Rom. 
 Taf. 24, Fig. 10 stellt den Ausflufs der Cloaca Maxima. 
1n Rom dar, durch welche angeblich im sechsten Iahrhundert 
v. Chr. die aus Etrurien stammenden T arquinier die tief lie- 
genden Gegenden Roms entwässerten 5). Hier ist der Bogen 
nlCht durch Uberkragung hergestellt, sondern durch Wölbung. 
Das Wesen dieser Wölbung besteht darin, dafs die keilförmig 
gebildeten Steine, die zur Gestalt eines halben Ringes dicht 
aneinander gelegt und durch Mörtel verbunden sind, kraft
        

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