Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227774
etrxlskisch-altitalische Kunst. 
Die 
175 
gefundenen Resten eine Vorstellung machen (vgl. Taf. 24, 
111g. 3). Ihre Form erinnert einigermafsen an die dßfigchg 
Säule; doch hat sie eine Basis, bestehend aus Plinthos, schwer- 
fälligen] Torus, Plinthos; der Schaft ist nicht gefurcht, sondern 
glatt und aufserordentlich lang, sieben untere Durchmesser; 
er schliefst nach oben mit zwei kleinen Ringen ab; dann tritt 
eine starke Einziehung ein, über welcher ein flacher Echinos 
weit ausladet, der den Abacus trägt. 
Tumulus von Tarquinii. Taf. 24, Fig. 4 zeigt uns ein 
etruskisches Freigrab in Form eines künstlichen Hügels, 
einesTumulus. Es giebt solche bis an 90 m im Durchmesser; der 
hier abgebildete mifst nur gegen 40 m. Wir sehen, es ist 
auf die gewachsene Erde ein niedriger Steincylinder gesetzt, 
unten mit Sockel, oben mit Gesims. Er enthält acht Zugänge zu 
dem Inneren und ist oben mit sechzehn Sphinxen geschmückt. 
Uber ihm erhebt sich ein spitzer Kegel, der oben einen Greif 
trägt. Unterhalb dieses künstlichen Erdkegels befanden sich 
die eigentlichen Gräber, bald in einem viereckigen Haupt- 
raume, bald in mehreren, kreisförmig angeordneten 1), wie es 
die beiden oben angebrachten Grundrisse zeigen. 
G-rabkammern. Steigen wir in diese untern Räume hinab, 
S0 bietet sich uns ein Anblick dar ähnlich, wie Taf. 24, Fig. 
5 und 6 ihn veranschaulichen. Wir glauben ein niedriges, 
etwa 2 m hohes, aus Holz gebautes Wohnzimmer zu betreten. 
In der That hatte der Etrusker die Absicht, wie ja auch der 
Agypter, den Toten eine Stätte zu bereiten, wo sie ihren frü- 
heren Verhältnissen entsprechend fortwohnen könnten. Solche 
Räume legten sie denn in dem weichen Tuffstein unter der 
Erde an, und da sie einmal an der Holzarchitektur festhielten, 
S0 ahmten sie diese auch hier im natürlichen Gestein nach. 
S0 erhebt sich Taf. 24, Fig. 5 über dem viereckigen Raume 
Scheinbar ein schiefgestelltes Sparrenwerk, das wie mit Zimmer- 
dielen geschlossen ist; oben ist auch die Luft- und Licht- 
Öffnung nachgeahmt.  Die mit Stuck beworfenen Wände zeigen 
Zwei teilweise mit tanzenden Menschen, teilweise mit allerhand 
Tieren bemalte Streifen. Besser erhalten noch ist "Iaf. 24, 
Fig. 6. Ist hier auch die Holzkonstruktion weniger stark be- 
IOnt, so ist sie doch offenbar, wie die von rechts und links 
ansteigende, in der Mitte flache, von vereinzelten Pfeilern ge- 
trllgene Decke zeigt, auch hier nachgeahmt. Die Pfeiler mit 
dem an ionische Voluten (S. 72) erinnernden Kapiten hat 
man beim Ausbauen des Raumes stehen lassen, ebenso sind 
die ringsumlaufenden Steinbänke aus lebendigem Felsen. Haus- 
geräte, wie solches sich in andern etruskischen Gräbern maßen- 
haft gefunden hat, sehen wir teils auf dem Boden herumlel1nen,
        

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