Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227766
boden, dann läuft die Säulenhalle nie ganz um denselben her- 
um, endlich ist die Grundrifseinteilung eine andere. Auf 
einem Vorplatze beiindet sich über wenigen Stufen ein Altar; 
hinter demselben erhebt sich zwischen Wangen die hohe Treppe, 
welche zu dem Tempel emporführt. Dieser bildet annähernd 
ein Quadrat, welches seiner Tiefe nach in zwei gleiche Teile 
zerfällt. Der vordere ist eine auf Säulen ruhende Vorhalle, 
der hintere das durch Mauern urngrenzte Heiligtum. Hinter- 
wand und Seitenwände fallen unvermittelt nach dem Erdboden 
ab. Man verehrte in der Regel in jedem Tempel drei mit- 
einander verwandte Gottheiten, und daher bestand dieser zu- 
meist aus drei nebeneinander gelegenen Cellen, je mit beson- 
derem Eingange, von denen die mittlere etwas breiter war. 
In gleicher Richtung mit den vier parallelen Cellenmauern 
standen die zweimal vier Säulen (nach Vitruv scheinen ab- 
weichend von unserer Abbildung beide Reihen je vier Säulen 
gehabt zu haben) des Vorderraumes, bei denen also auch der 
Zwischenraum zwischen den mittleren Säulenstellungen gröfser 
war. Mehr als vier Säulen in der Front kann nach dieser 
Anordnung ein etruskischer Tempel nie gehabt haben. Uber 
die Beschaffenheit des Gebälkes, das über den Säulen lagerte, 
sind wir nicht ausreichend unterrichtet. Wegen des grofsen 
Abstandes der Säulen voneinander können aber nicht steinerne 
Balken verwendet worden sein, sondern nur hölzerne. Hieraus 
erklärt sich zur Genüge, dafs sich kein Tempel erhalten hat. 
Der Giebel wurde in einem steileren Winkel als bei den Grie- 
chen aufgerichtet; das Innere des Giebeldreiecks wurde mit 
Bildern von gebranntem Thon geschmückt. Auf Thonschmuck 
war man angewiesen, da die damals gebrauchten Steinarten 
Mittelitaliens sich nicht zu künstlerischer Verarbeitung eigne- 
ten. Den First und die Seiten, besonders aber Spitze und 
Ecken der Giebel, haben wohl Akroterien geziert. Den Tempel 
umschliefst ein fast quadratischer, durch eine Mauer umfrie- 
digter, geweihter Raum, Area, dessen Wände vielleicht mit 
Gemälden bedeckt waren. 
Ähnlich war der Tempel des Jupiter Capitolinus in Rom, 
neben dem in den zwei Seitencellen Juno und Minerva ver- 
ehrt wurden; nur war die 800 Fufs im Umfang messende, von 
zahlreichen Weihgeschenken bedeckte Area von Säulen um- 
schlossen. Den First des Tempels krönte ein mächtiges, thö- 
ni-IIHCS Viergespann, das an Jupiter erinnerte, dessen gewaltiges 
Thonbild in sitzender Stellung die mittlere Cella schmückte. 
Säule von Vulci. Von den Säulen, welche die Etrusker 
bei ihren Bauten verwendeten, können wir uns nach den bei 
Vulci in Südetrurien in einem Grabhügel (Cucumella genannt)
        

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