Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227711
Kap 
Olyrn pia. 
169 
Pferde mit je einem Wärter, und dann schliefsen sich nach 
den Ecken zu noch je zwei kauernde oder sitzende und eine 
liegende Gestalt an. Es herrschte also vollste Synnnetrie, 
Von der rechten sitzenden Figur ist der Oberkörper noch gut 
erhalten. Es ist ein bejahrter Mann (Taf. 18, Fig. 5), der 
platt auf der Erde sitzt, mit dem linken Arm sich auf den 
Boden stemmt, das rechte Knie etwas angezogen, den 
rechten Ellenbogen eingeknickt und die Hand an die Wange 
gelegt hat. Das herabgefallene Gewand läfst den Oberkörper 
frei, der eine gewisse Fülle der Formen zeigt. Der Kopf ist 
unten von einem wohlgepllegten Bart umrahmt, der Scheitel 
ist vorn kahl, nach hinten fallen kurze Locken in den kräf- 
tigen Nacken herab. Während der Mund mit seinen vollen 
Lippen Wohlwollen und Sinnlichkeit zeigt, verraten die tief- 
liegenden Augen und die gefurclite Stirn einen sinnenden 
Geist. jedenfalls haben wir  und dadurch unterscheidet 
sich dieser Kopf von den meisten anderen olympischen Giebel- 
tiguren  eine bestimmte Person vor uns, der wir nur leider 
keinen bestimmten Namen zu geben vermögen.  
In dem westlichen Giebelfeld  18, Flä G) lSf 
in lebhaftester Weise die Schlacht der Lapitlien gegen die 
Kentauren dargestellt, die wir schon vom Parthenon her 
keimen. In der Mitte steht aufrecht eine gebietende Figur, 
rechts und links sind drei Gruppen, und zwar je zwei zu drei 
Figuren und je eine zu zwei Figuren, die sich in ihrer An- 
ordnung genau entsprechen. Es sind Kentauren im Kampfe 
mit Weibern und Männern, dem in den Ecken gelagerte Ge- 
stalten zusehen. "Göttliche Hoheit, hellenischer Heldenmut in 
Männern und Frauen, tierische Rolieit trunkener Kentauren, 
feige Schwäche ausländischer Dieiierinnen, behagliche Be- 
schaulichkeit ortsliütender Nymphen  dies alles ist in ein 
plastisches Gesamtbild vereinigtmls). In der Niiftölfigllr 
(Taf. 18, Fig. 7) glaubt man wegen ihrer vollkommen ruhigen 
Haltung in der Bewegung des Kampfes und wegen ihrer 
über menschliches Mafs hinausgehenden Gröfse einen Gott 
zu erkennen. Man deutet sie auf Ap011011, den Stammvater 
der beiden sich befehdenden Geschlechter, der überdies der- 
einst der erste göttliche Sieger in den Festspielen gewesen 
war und als Hüter des Gottesfriedens galt. Er ist nach rechts 
gewandt, so dafs der Kopf fast ins Profil tritt. Nach rechts 
streckt er den Arm aus, wie um Ruhe zu gebieten. Die Linke 
hielt wohl früher einen Bogen. Die Clilamys hängt vom über 
die rechte Schulter herab, kreuzt den Rücken und wird mit 
dem linken Unterarm wieder aufgenommen. Auf dem Schön 
gebauten Körper sitzt ein jugendlicher Kopf. Das Gesicht
        

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