Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227693
JUI 
Wenden wir uns von dem Metroon nach Osten, so er- 
blicken wir zahlreiche Ehrenstatuen vor einer langen Halle, 
der sogenannten Echohalle  Am auffälligsten ist die 
in der Mitte befindliche fast 20 m lange Marmorbasis, zu 
deren oberer Fläche in ihrer Mitte halbkreisförmig einge- 
schnittene Stufen emporführen. An den beiden Enden dieses 
Unterbaues erhoben sich IO m hohe, schlanke ionische Säulen, 
auf denen Statuen von Ptolemaios II. Philadelphos und seiner 
letzten Gemahlin Arsinoe aufgestellt waren. Dahinter war die 
eines siebenfachen Wiederhalles wegen so benannte Echohalle, 
welche den Festgästen als Zuschauerplatz bei den Opfern und 
den Prozessionen zum grofsen Altare diente. Sie hatte eine 
Länge von 97,80 m. Ursprünglich hatte sie, wie die Zeich- 
nung erkennen läfst, weiter nach Osten gelegen, aber bei der 
Erhöhung des Stadionwalles wurde diese Halle von der höher 
und breiter gewordenen westlichen Böschung überschüttet und 
dafür mehr nach Westen ein Neubau aufgeführt in einer Tiefe 
von 9,81 m. 44 ionische Säulen öffneten die Halle nach der 
Altis zu; späterhin errichtete man in ihrer Längsaxe noch eine 
zweite, weitergestellte Säulenreihe. An die Echohalle schlofs 
sich nach Süden zu noch ein Bauwerk an, das auf drei Seiten 
von dorischen Säulen umgeben war. Später wurde dies Ge- 
bäude, sowie alles Anstofsende, wie schon oben erwähnt, stark 
durch römische Umbauten verändert. 
Nachdem wir so die Altis durchwandert haben, schreiten 
wir wieder westlich dem Eingange zu, verlassen sie durch das 
Prozessionsthor (T) und gehen zu der langgestreckten Halle 
zwischen „byzantinischer Kirche" und Löonidalon- Hier 
machen wir kehrt. Überblicken wir dann, mit dem Gesicht 
gegen Osten gerichtet, die Altis, so bietet sie etwa den An- 
blick, den uns Taf. 17, Fig. 2 verführt. Links der Kronos- 
hügel und rechts der Zeustempel genügen, um uns sofort zu 
orientieren. Rechts vom Zeustempel in der äufsersten Ecke vorn 
erblicken wir das Prozessionsthor  durch das wir im Geiste 
noch einmal die heilige Stätte betreten: durch das Thor hin- 
durch sehen wir die niedrige Teirassenmauer südlich vom 
Zeustempel. Im Hintergründe ist die Echohalle, vor der sich 
eine hohe Statue, die Nike des Paionios (Taf. 18, Fig_ 10) er- 
hebt. Links vom Zeustempel sendet der Äeusaltar eine Rauch- 
säule zum Himmel empor. Hinter ihm 1st die lerrasse der 
Schatzhäuser sichtbar, Welche im Westen mit dem gewaltigen 
Nischenbau der Exedra des Herodes abschliefst. Über den 
Schatzhausern am Kronoshügel ist ein Heiligtum der Eileithyia, 
vor der Terrasse befindet sich das Metroon. In gleicher Rjeh- 
tung mit diesem, aber näher nach vorn ist das umfriedigte
        

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