Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227658
Kall 
Olympia. 
163 
Zur griechischen Zeit betrat der Festzug die Altis, zu 
welcher wir uns jetzt begeben wollen, am südlichen Teil der 
Westmauer bei T, wo man durch eine viersätilige dorische 
Vorhalle zu einem Thor mit drei Pforten gelangte. Die durch 
Mauern begrenzte Altis hat eine Ausdehnung von etwa 200 m 
von Westen nach Osten und ungefähr 180 m von Süden nach 
Norden (etwa die Gröfse des Berliner Lustgartens). Der süd- 
lichste Teil der Altis ist von dem Ganzen abgetrennt durch eine 
niedrige Mauer, über der sich nördlich die Terrasse des Zeus- 
tempels erhebt. Wir müssen deshalb erst in östlicher Rich- 
tung an vielen Statuen vorüber bis über die Flucht des Bu- 
leuterions hinausgehen, ehe wir links schwenkend den Haupt- 
raum der Altis betreten können. Das erste Gebäude, zu dem 
wir zwischen vielen Statuen hingelangen, ist der Zeustempel 
 dem wir nachher eine eingehende Betrachtung Widmen 
wollen. Vor diesem nach Nordosten ist der grofse Altar  
der in ovaler Form aufgebaut ist aus der Asche der dem Zeus 
geopferten Tierschenkel. Der erste Absatz desselben hat 125 
griechische Fufs I 37,50 m Umfang, der zweite 3a Fufs 2 
9,60 m, seine Höhe beträgt 22 Fufs z 6,60 m. Die Opfer- 
tiere wurden auf dem unteren Absatze geschlachtet, die 
Schenkel aber trug man auf die höchste Stelle des Altars, um 
sie hier zu verbrennen. Zu dem ersten Absatz führten steinerne 
Stufen empor, zu dem zweiten aber solche von Asche. Zu 
der oberen Fläche durften blofs Männer aufsteigen. Geopfert 
wurde an diesem Altar das ganze Jahr über m). Nach Westen 
von hier stand das Heiligtum des Helden Pelops, das Pelo- 
p i on  eine flache Erhebung mit einer fünfeckigen Steinum- 
friedigting, der in späterer Zeit auf der Südwestseite ein Thor- 
bau vorgelegt wurde. Richten wir von diesem Thore unsere 
Schritte nach Nordwesten, so tritt uns der Rundbau des dem 
König Philippos von Makedonien von seinem Sohne Alexander 
errichteten i") Philippeion (PH) entgegen, von dem Fig. 4 
einen gröfseren Grundrifs bietet. Er ist für uns um so inter- 
essanter, als bis vor kurzer Zeit von griechischen Rundbauten 
mit Ausnahme der durch Überkragung (S. 48) hergestellten Schatz- 
häuser nur das Lysikratesdenkmal (Taf. 20, Fig. 6) bekannt war 93), 
Uber drei Marmorstufen stehen in einem KICiSE von 15,25 m 
Durchmesser I8 ionische Säulen, welche zwischen sich und 
der runden Cella einen Umgang von 1,70 m lassen; die Innen- 
Wand der Cella war durch korinthische Halbsäulen gegliedert; 
auf einer halbkreisrunden Basis waren die Standbilder von 
Amyntas, Philippos und Alexander nebst Olympias, der Mutter, 
und Eurydike, der Schwester AleXanders, aufgestellt. 
Nördlich vom Philippeion sind die Grundmauern des 
11m
        

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