Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227628
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griechische 
Die 
Kunst. 
niederliegt, nicht arm an Erzeugnissen, die uns erkennen lassen, 
dafs eine Entwickelung vorhanden ist, sei es in der Wahl des 
Stoffes, sei es in der Behandlung. Man neigte sich in beiden 
Beziehungen mehr und mehr dem Realismus zu und erreichte, 
wie besonders auch die neuesten Funde erweisen, eine über- 
raschende, ja packende Naturwahrheit der oft in lebhaftester 
Bewegung dargestellten Gestalten. Der Idealismus war damals 
arm an neuen, grofsen Schöpfungen. Erhabenes zu bilden, 
vermochten und begehrten nur wenige; doch ist zu jener Zeit 
einiges geschaffen worden, was man seit lange den besten 
Leistungen an die Seite gesetzt hat. 
Die Richtung der Zeit aber ging nach einer andern Seite. 
Leidenschaft und Schmerz, Kampf und Sieg, Tod und Ver- 
derben wufste man meisterlich darzustellen, und nicht mehr 
in gedämpften Farben, wie vordem, sondern grell, denn die 
Menschheit wollte Wirklichkeit, wollte aufregende Wirklichkeit 
sehen. Und was die Künstler dieser Richtung besonders in 
Kleinasien geschaffen haben, berechtigt uns von einer neuen 
Blüte griechischer Kunst im zweiten Jahrhundert v. Chr. zu 
reden. 
Die Baukunst erzeugt nicht eigentlich neue Formen, 
aber sie weifs die alten neu anzuwenden und bringt, gefördert 
von glanzliebenden Fürsten, grofsartige Schöpfungen hervor, 
Tempel, Grabstätten, Altäre, aber auch Paläste und ausge- 
dehnte Fürstensitze dankten jener Zeit ihre Entstehung. 
SECHSTES 
KAPITEL. 
Olympia. 
Um von Olympia, dessen Bau- und Bildwerke verschie- 
denen Perioden angehören, eine genauere Anschauung zu 
geben, schien es rätlich mit Verzicht auf die Zeitfolge (las 
räumlich Zusammengehörige hier in seinen wichtigsten Er- 
scheinungen zusammenzustellen 92). 
Welchen Anblick die berühmte Stätte einst geboten haben 
mag, läfst Taf. 17, Fig. 2 ahnen. Um aber dieses Bild zu 
verstehen, müssen wir erst den Grundrifs und die einzelnen 
Bauten näher betrachten. Auf Fig. 1 tritt uns zunächst ein 
grofses, abgegrenztes schiefwinkliges Viereck entgegen, das 
nach Norden von dem Abhange des Kronoshügels  nach 
den drei andern Richtungen von Mauern umgeben ist. Dies 
ist die Altis, der eigentliche geweihte Bezirk, aufserhalb dessen 
die verSChiedenartigsten weltlichen Gebäude angelegt sind.
        

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