Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227540
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Die griechische Kunst. 
unserm Bilde vorn (nach Süden) als Terrassenwand zeigt. 
Dieser Platz war der Markt von Pergamos83). Hier erhob 
sich, dem Zeus Soter geweiht, der Altar auf einer rechteckigen 
Grundfläche von etwa 34 x 38 m bis zu einer Höhe von 
ungefähr IO m. Er hatte folgende Gestalt (Taf. 22, Fig.  
Ueber vier Stufen war ein glatter Sockel aufgeführt, oberhalb 
dessen ein unten und oben von Gesimsen umschlossener Fries 
angebracht war. Die obere Fläche bot einen mehr als 20 m 
im Geviert messenden freien Raum, der mit Ausnahme der 
Zugangsstelle von einer festen Wand umschlossen war. In 
der Mitte dieses Raumes stand der aus der Asche der ver- 
brannten Tiere errichtete Opferaltar. Die Innenseite der Wand 
war mit plastischen Darstellungen aus der Landessage ge- 
schmückt; parallel der Wand, aber nach aufsen hin, lief, über 
einige Stufen angeordnet, eine Säulenreihe in ionischer Ord- 
nung, deren Gebälk von aufsen das ganze Bauwerk krönte. 
Dieses Gebälk bestand, wie das auch bei der Karyatidenhalle 
am Erechtheion der Fall war, nur aus Architrav und Geison. 
Den Zugang zu der Plattform, wo der Altar stand, bildete 
eine eingeschnittene Treppe, wie sie unser Bild zeigt. Auf 
demselben erblicken wir aufserdem im Hintergrund oberhalb 
des Marktes, rechts den 25 m höher liegenden Tempel der 
Athene Polias Nikephoros, links jenseits des Altars auf der 
obersten Terrasse den erst später errichteten hochragenden Bau 
des Augustustempels. 
Der kostbarste Teil der in Pergamos gemachten Funde 
ist der Fries, der in einer Höhe von 2,30 und in einer Länge 
von mehr als 140 m sowohl den ganzen Zeusaltar ringsum, 
als auch die Treppenwangen schmückte, und mit etwa 200 
überlebensgrofsen Figuren in Hochrelief bedeckt war. Frei- 
lich nur in zusammenhangslosen, schwerbeschädigten Bruch- 
stückensil) ist dieses Kirnstwerk aufgefunden. Aber doch war 
es schon möglich, manche dieser Reste zu gröfseren Ganzen 
zu vereinen, die, wenn sie auch lückenhaft sind, doch über 
Inhalt und Ausführung der Komposition reichlichen Aufschlufs 
gewähren. Einige dieser Gruppen teilen wir mit. 
Zeus im Kampfe mit drei Giganten (faf. 22, Fig. 5). 
Wir sehen in der Mitte den gewaltig vorschreitenden Zeus 
mit freier Brust, von dem weiten, unten zusammenfliefsenden 
Mantel urnweht. Zu seiner Rechten liegt niedergeschrnettert 
6111 Mann, dem der dreizackige nach oben aufflammende Blitz 
den linken Oberschenkel durchbohrt hat. Ebenso ist ein an- 
derer auf der linken Seite des Götterkönigs in die Kniee ge- 
sunken, sei es, dafs er in die Schulterugetroffen ist, sei es, 
dafs er vor der über ihn geschüttelten Agis krampfhaft sich
        

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