Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227341
sie hindern wird, deutet der geflügelte T hanatos, der Genius 
des Todes dadurch an, dafs er das Schwert in die Scheide gesteckt 
hat und zur Seite getreten ist, um die beiden an sich vor- 
überziehen zu lassen. Weiter links ist Herakles zu denken. 
Apoxyomenos. Taf 21, Fig. 3 führt uns in die Pa- 
lästra oder Ringschule, wo Knaben und Jünglinge den körper- 
lichen Übungen oblagen. Man übte sich im Ringen und 
Kämpfen nackt. Umüden Körper geschmeidiger zu machen, 
wurde er vorher mit Ol gesalbt. Nach den Ubungen wurde 
das O1 samt dem Staube wieder mit einem Schabeisen (Stlengis, 
Strigilis) vom Körper entfernt. Diese Handlung stellt unser 
Bild dar, welches daher vder Schaberct oder nAPOXYOIIICIIOSa 
genannt wird. Wir sehen einen Jüngling, der eben mit der 
Linken, die das Schabeisen hält, beschäftigt ist das Ol von 
der unteren Seite des vorgestreckten rechten Armes zu ent- 
fernen. Das thut er in der natürlichsten Stellung. Diese 
Arbeit beschwert nämlich den Körper nicht so, dafs er sich 
fest mit beiden Füfsen aufstellen müfste, ja, sie erfordert eine 
zu grofse Beweglichkeit, als dafs er eine Stellung einnehmen 
könnte, wie die völlige Ruhe sie zeigt. Deshalb ist die Last 
des Körpers weder gleichmäfsig auf beide Beine verteilt, noch 
blofs auf das eine Bein gelegt. Das linke Bein ist ja gewifs 
das Standbein, aber man sieht ihm an, dafs es nur vorüber- 
gehend die Last zu tragen hat; der Körper ruht nicht 
senkrecht auf ihm, doch fällt auch noch nicht die Hälfte der 
Last schon dem rechten Beine zu, das ja blofs auf dem Ballen 
steht. (Man achte auf die zwischen Basis und Fufssohle ein- 
geschobene Unterlage, die dem zerbrechlichen Marmor mehr 
Halt geben soll, gleichzeitig aber freilich der Gestalt ihr 
schwebendes, elastisches Wesen etwas benimmt.) Man sieht 
dem Körper an, dafs er sich in einer behaglich wiegenden 
Bewegung befindet, aus der solch ein länger dauernder Moment 
fixiert ist, wo er nach der einen Seite ausgeschwungen hat 
und die Rückschwingung sich vorbereitet. Im nächsten Augen- 
blicke wird er sich nach der andern Seite bewegen und dann 
mehr auf dem rechten Beine ruhen und nur mit dem Ballen 
des linken Fufses die Erde berühren. Die tägliche Gewohn- 
heit der palaestrischen Übungen kann man dem schön durch- 
gebildeten Körper wohl anmerken; aber die Muskeln drängen 
sich deshalb nicht wie bei einem Athleten vor, im Gegenteil, 
d?! Körper zeigt eine gewisse magere Schlankheit. Dafs er 
nicht schmächtig erscheint, kommt von der Kleinheit des 
KQPfCS, der auf einem äufserst kräftigen Hals aufsitzt. Der 
etwas geöffnete Mund deutet auf die zufolge der gehabten 
Anstrengung stärkere Atemthätigkeit hin. Das knochige, nach 

        

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