Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227291
KEP" 
Bis zum 
Grofsen. 
des 
Tode Alexanders 
127 
lebhaften Blick des Auges, mit dem er besorgt ausschaut. 
Auch ist der Tote völlig nackt, Menelaos dagegen trägt einen 
Mantel, der zwar durch eine-n Gürtel gehalten wird, aber die 
rechte Körperhälfte frei läfst. Der Helm ist reich geschmückt, 
oben mit wallendem Helmbusch, auf den Flächen mit plasti- 
schen Kampfscenen; der männlich schöne Kopf ist umrahmt 
von vollem Bart und Haar. 
Auf Taf. 20, Fig. 5 erblicken wir das sogenannte 
Lysikratesdenkmal in Athen, ein choragisches Monument. 
Zu den Leiturgien, den mit persönlichen Leistungen verbun- 
denen Lasten, welche der reiche Athener an Stelle von Steuern 
für den Staat auf sich zu nehmen hatte, gehörte auch die 
Choregia d. h. die Ausstattung, Einübung und der Unterhalt 
der Chöre für die tragischen, komischen und rein musikali- 
schen Aufführungen, die zu Ehren des Gottes Dionysos jähr- 
lich zu bestimmten Zeiten veranstaltet wurden. Iede der Zehn 
Phylen, in welche die athenische Bürgerschaft zerfiel, stellte 
aus ihrer Mitte einen der angesehensten und reichsten Männer 
als Choragen. Wessen Chor nach dem Urteil der Preisrichter 
seine Aufgabe am besten gelöst hatte, der erhielt als Preis 
einen ehernen Dreifufs, den er die Pflicht hatte, zur Erinne- 
rung an diesen Sieg mit einer Inschrift versehen öffentlich 
aufzustellen. Eine ganze Strafse am östlichen Abhange der 
Akropolis in der Nahe des grofsen Theaters hiefs nach diesen 
Dreifüfsen und heifst jetzt wieder M) "Tripodenstrafse". Je nach 
den Mitteln und dem Willen des Choragen, dem hier Gele- 
genheit gegeben war, seinen Namen unsterblich zu 11121611611 
und sich beim Volke Gunst zu erwerben, erhielt ein solcher 
Dreifufs einen mehr oder minder kostbaren Unterbau. Solch 
ein Denkmal ist das Monument des Lysikrates, aufgestellt zur 
Erinnerung an den Sieg im Jahre 334 v. Chr. Es ist aus 
pentelischem (also attischem) Marmor gearbeitet, mifst in der 
Höhe 10 m und stellt ein kleines, geschlossenes, mit Halb- 
Säulen verziertes Rundtempelchen dar. Das Ganze zerfällt in 
drei Teile: "den Unterbau, das eigentliche Tempelchen, dig 
Krönung. Uber vier, wenig hintereinander zurücktretenden 
Stufen erhebt sich ein kleiner, viereckiger Quaderbau, der 
mit einer etwas überragenden Platte abgeschlossen ist. Es 
folgen drei kreisförmige Stufen, deren letzte oben abgerundet 
ist. Auf dieser erhebt sich ein turmähnlicher Rundbau von 
2,80 m Durchmesser, der ringsum von Marmorplatten um- 
schlossen ist. An diese sind sechs korinthische Halbsäulen 
angefügt, deren Einzelheiten wir nachher betrachten werden. 
Sie tragen einen dreiteiligen Architrav, aus, dessen Weihe- 
inschrift man erfährt, dafs bei dem FeStspiele Lysikrates Chorag
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.