Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227158
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Reliefs aus Phigalia. Noch müssen wir dem hier be- 
handelten Zeitabschnitte ein Werk zuteilen, von dem Taf.16, 
Fig. 11 und 12 einige Stücke zur Anschauung bringen. Es 
sind Reliefplatten aus dem Tempel des Apollon Epikurios zu 
Bassae bei Phigalia in Arkadien. Diesen Tempel hatte man 
dem Gotte aus Dankbarkeit geweiht. Als Hellas im Anfang 
des peloponnesischen Krieges so schwer von der Pest l1eim- 
gesucht wurde, hatte Apollon jene Landschaft gnädig bewahrt. 
S0 liefs man ihm zu Ehren jenen Tempel aufführen und zwar 
durch den berühmten Baumeister Iktinos. Im Innern des 
hypäthralen Baues hatte man über den die Decke tragenden 
ionischen Halbsäulen und unmittelbar unter der grofsen Licht- 
öifnung einen Fries angebracht, der verherrlichte, wie durch 
die Hilfe Apollons und seiner Schwester Artemis die Griechen 
im Kampfe gegen die rohen Kentauren und die kriegerischen 
Amazonen den Sieg davontrugen. Taf. 16, Fig. 11 und 12 
zeigen einige Scenen. In Fig. 11 hat eine Amazone, Welche 
links (am äufsersten Rande des Bildes) zu Pferde herange- 
sprengt kommt, einen Gegner niedergestreckt; da eilt von 
rechts ein griechischer Held heran, den wir an der Keule 
und dem Löwenfelle als Theseus erkennen, um sie anzu- 
greifen; aber ihr zu Hilfe kommt eine andere Amazone, 
streckt den ausgerundeten Schild, die eigentümliche Schutz- 
waffe dieses Weibervolkes, seitlich vor und nimmt den Kampf 
gegen ihn mit auf. So hat er es jetzt mit zwei Gegnerinnen zu 
thun, nachdem er, wie es scheint, eben erst aus einem Kampfe 
siegreich hervorgegangen ist. Denn sein Werk ist es wohl, 
dafs das Pferd rechts von ihm verendend zusamrnenbricht 
und die tödlich getroffene Amazone vom Pferde stürzt. Eben 
ist von rechts ein griechischer, mit dem Himation bekleideter 
Jüngling herangeeilt, um sich der Beute zu versichern. Aber 
indem er die kaum noch Widerstrebende fassen will, wird er, 
wie es scheint, bei dem Blicke auf ihr schönes Antlitz von 
Mitleid ergriffen. ' 
Das andere Bild (Fig. 12) versetzt uns in den Kentauren- 
kampf. Ein Weib mit einem kleinen Kinde auf dem Arme 
sucht in eilender Flucht zu entkommen, ein alter Kentaur, 
dem selbst die Mutterliebe nicht heilig 1st, hält sie zurück, 
und niemand kann ihr beistehen, denn der Lapithe oder Grieche, 
der ihr (rechts) am nächsten war, ist eben seinem Feinde 
unterlegen, der auf ihn einspringt und Ihm wohl trotz aller 
Bitten um Erbarmen den Tod geben Wlrd. 
An den Gesichtern dieses FrieseS, die wegen seiner Höhe 
doch nicht zu erkennen waren, läfst sich vielfach ein beson- 
derer Ausdruck nicht wahrnehmen, aber um so deutlicher 
Menge, Antike Kunst. 2. Aull. 8
        

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