Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227072
Kill 
Krieges. 
peloponxlesischen 
Bis zum Ende des 
U5 
Also sprach und winkte mit schwärzlichen Brauen Kronion; 
Und die ainbrosischeii Locken des Königs walleten vorwärts 
Von dem unsterblichen Haupt; es erbebten die Höhn (leg 
Olympos. 
Von den verschiedenen Zeusdartsellungen, die uns erhal- 
ten siiid, scheint nach übereinstimmender Annahme fast aller 
Gelehrten keine der des Pheidias näher zu kommen, als die auf 
den Münzen der Eleer, in deren Gebiet Olympia lagäl), 
Einige von ihnen stellen, wie Taf. 18, Fig. 1, ihn throneiid 
dar, natürlich in sehr kleinem Mafsstabe, eine andere zeigt uns 
blofs den darüber abgebildeten Kopf. Derselbe ist ein wenig 
nach vorn geneigt, die Stirn ist leise geschwellt und geht ohne 
starken Winkel in die gestreckte Nase über. Die Augen liegen 
tief unter den kräftigen Brauen, deren Haare nach der Sitte 
der alten Zeit nicht besonders angedeutet sind. Um das 
schlichte Hauptliaar, das in aufgelösten Locken, die Ohre frei 
lassend, auf Nacken und Schulteni herabfällt, ist ein einfacher 
Kranz von Olblättern gelegt. 
Kommt dieses Bild dem Zeus des Pheidias am nächsten, 
so ist es ersichtlich, dafs viele Einflüsse mitgewirkt haben 
müssen, ehe sich daraus das Taf. 18, Fig. 2 gebotene Bild 
entwickeln konnte, in dem man bis vor kurzem die treueste 
Wiedergabe des olympischen Zeus zu finden meinte. Es ist 
der nach seinem Fundorte, einem etwas nördlich von Rom 
gelegenen Städtchen, sogenannte Jupiter von Otrieoli. Hier 
sehen wir vor uns einen majestätischen Kopf mlt Volleln, 
üppigem Haupt- und Barthaar und einem lebhaften Ausdrucke 
des Gesichts. Das Haupthaar bäumt sich gewissermafsen auf- 
wärts und fällt dann, kunstvoll zu gröfseren Partieen vereinigt, 
wellenförmig in mächtigen Bogen nach beiden Seiten ab. Der 
ebenfalls in zwei symmetrische Massen geteilte Bart umrahmt 
in gekräuselten Locken das Kinn und den Mund. Das ist 
ein Zeichen männlicher Kraft und Schönheit. Die hohe, eigen- 
tümlich zweiteilig gebaute, unten sich vorwölbende, oben Spitz 
zulaufende Stirn bezeichnet zugleich übermenschliche Energie 
und Weisheit. Auf Energie deutet auch die kräftig geformte, 
breit vorspringende Nase, während die halbgeöffneten Lippen 
einen milden Ausdruck verleihen, wie er dem GOItC angemessen 
iSt, der gnädig eine Bitte erhört. Die vollen Brauen beschatten 
in kräftigem Bogen die tiefliegenden, majestätisch blickenden 
Augen, die Wangen sind fest und voll, denn in blühender, 
unvergänglicher Mannesschönheit Sollte der Vater der Götter 
und Menschen erscheinen. Der Kopf ist blofs auf den 
Anblick von vorn berechnet; hinten zeigt sich in der Behand- 
lung des Haares Nachlässigkeit; dies ist zumeist ein Kenn-
        

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