Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227068
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Kunst. 
griechische 
Die 
bekränzte Nike, welche dem zu dem Götterbilde herantreten- 
den Sieger mit ihren Händen den Kranz zu bieten scheint. 
Unterstützt ist diese Hand bei Fig. 3 durch eine Säule mit 
attischer Basis, aber abweichendem Kapitellm). Erscheint so 
auch die Göttin als des Landes Hüterin in vollem Waffen- 
schmuck, so ist sie doch nicht als Kampfesgöttin, sondern 
„in heiterer Majestät siegreichen Friedens", und demgemafs in 
vollster Ruhe gebildet. Wie alle Tempelbilder weicht sie, 
entsprechend der Symmetrie des umschliefsenden Baues, nur 
so weit von strenger Ebenmäfsigkeit ab, als nötig ist, um der 
Statue etwas den ALISClIIICk des Lebens zu verleihen. 
Rückblick auf den Parthenon. All dieser plastische 
Schmuck des Parthenon ist der Idee nach einheitlich, er ist 
durchdrungen von dem Grundgedanken: dankbar verherrlicht 
das attische Volk die schützende Macht der gewaltigen Landes- 
göttin. Solch ein einheitlich entworfenes und durchgefihrtes 
Kunstwerk, das mit seiner Umgebung zur edelsten Harmonie 
gestimmt ist, konnte nur entstehen durch das einträchtige Zu- 
sammenwirken seltener Kräfte. Im Entwürfe und teilweise wohl 
auch in der Ausführung rühren alle diese Werke von Pheidias 
her, dem gröfsten Meister der Plastik aller Zeiten. Er war 
der künstlerische Beirat des Perikles in allen Dingen und der 
oberste Aufseher bei der Ausführung der Kunstwerke. Der 
leitende Architekt war, wie erwähnt, Iktinos, ihm zur Seite 
stand Kallikrates. Unter diesen Männern arbeitete damals, was 
Attika von angesehenen Künstlern und Kunsthandwerkern be- 
fafs, alle einem Willen untergehen und dienstbar, alle durch- 
drungen von dem hohen Beruf, an diesem herrlichsten Werke 
mitschaffen zu dürfen. Läfst sich hie und da auch ein Unter- 
schied in der Arbeit herausfinden, so ist der Charakter all 
dieser Leistungen doch immerhin so einheitlich, dafs wir die 
Werke nicht nach einzelnen Meistern sondern können; freilich 
können_wir aber auch nicht nachweisen, dafs eine der erhal- 
tenen Kunstschöpfungen in der Ausführung von Pheidias' eige- 
ner Hand stamme. 
Zeus von Olympia. Von einem andern, noch mehr 
gefeierten Werke des Pheidias, das seinen Namen im Altertum 
am meisten berühmt gemacht hat, ist leider auch nichts erhalten, 
ja wir sind aufNachahmungen angewiesen, die dem Original ohne 
Zweifel ziemlich fern stehen: es ist der Zeus von Olympia. Doch 
müssen wir wegen seiner hohen Berühmtheit uns eineVorstellung 
von ihm zu machen suchen. Pheidias selbst soll gesagt haben, 
dal's ihm bei der Schöpfung seiner Statue des Zeus jene Worte der 
Ilias (1,328 ff.) Vorgeschwebt hätten, wo Zeus auf die Bitten der 
Thetis, ihren Sohn Achilleus zu verherrlichen, Gewährung zuwinkt:
        

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