Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227042
IUA 
bei den Reitern finden wir auch in der Haltung der Pferde 
kleine Verschiedenheiten, alle aber haben gedrungenen Wuchs, 
kurzen Hals und kleinen Kopf, Eigenschaften, die sich auch 
jetzt noch bei den attischen Pferden iindenß). 
Die wenigen mitgeteilten Proben mögen ausreichen, um 
zu zeigen, wie der Künstler die natürliche Einförmigkeit des 
Zuges mannigfaltig zu gestalten wufste. Es findet sich an 
dem Fries ein unendlicher Reichtum von Erscheinungen, die 
immer wieder in anderer Weise die schöne Gestalt lebensvoll 
darstellen, sei es in andächtig Würdevoller oder behaglich 
ruhender oder in leicht bewegter Haltung, sei es in Göttern, 
in Menschen oder in Rossen; im sittigen Weihe, im ernsten 
Manne, im stürmischen Jünglinge. Hier durfte der Künstler 
auch eine Schranke überspringen, die ihm sonst gezogen ist; 
er durfte Ungleichzeitiges auf einem Bilde darstellen. Denn 
da das Ganze, trotz des engen Zilsammenhanges, sich in eine 
Anzahl selbständiger Gruppen auflöst, die nicht gleichzeitig 
überblickt werden können, so darf auch ein  
zeitlicher Fortschritt in den aneinander geschlossenen Gruppen 
erscheinen. Und so ordnen sich demnach die Teilnehmer des 
Zuges aufudem Westgiebel noch, während am Ostgiebel be- 
reits die Ubergabe des Peplos stattgefunden hat. 
Wie weit in dem Friese Farbe verwendet war, entzieht sich 
sicherer Bestimmung, doch mehren sich die Anzeigen dafür, 
dafs zur Belebung von antiken Skulpturen ebenso wie von 
Gebäuden Farbe verwendet worden ist 49). Zügel, Kränze und 
Ähnliches waren aus Bronze gemacht. 
Durch solche Bilder vorbereitet betrat der festlich ge- 
stimmte Athener dann den eigentlichen Tempel, und hier sah 
er die erhabene Göttin selbst vor sich, die Beherrscherin und 
Beschützerin seines Landes, in einer Statue, welche die Krone 
all dieser künstlerischen Schöpfungen war, der sogenannten 
Athene Parthenos. Sie war eine Kolossalstatue, 26 grie- 
chische Ellen (z 12 m) hoch und war chryselephantin, d. h. 
sie bestand teils aus Gold, teils aus Elfenbein Was von dem 
Körper selbst zu 'I"age trat, war Elfenbein, die zum Abnehmen 
eingerichtete Gewandung, Sowie die Attribute waren von Gold. 
Das Gewicht desselben betrug 44 Talente, der Wert etwas über 
2 Millionen Mark. Uns von dem Götterbilde eine annähernde 
Vorstellung zu machen sind wir imstande, wennjwir die Neujahr 
1881 zu Athen gefundene Marmorst atu ette (Taf. 16,Fig. 3) und 
die in Paris aufbewahrte Athene au collier (Taf. 16, Fig. 4), 
beides freilich Werke römischer Zeit, vergleichen. Von letzterer 
müssen, wie es auf unsrer Abbildung geschehen ist, die später 
falsch ergänzten Arme und Attribute weggelassen werden; im
        

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