Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1227013
Kap 
PClOpOHllESiSChCU 
zum Ende des 
Bis 
Krieges. 
99 
denn sie steht, während jene sitzen. Da sie Offenbar zu Hera 
in naher Beziehung zu denken und, wie einige Reste er- 
kennen lassen, geilügelt gebildet ist, so ist sie wohl als die 
leichtbeschwingte Götterbotin Iris zu deuten. 
Die sieben Figuren auf der andern Seite des Mittelbildes 
(Taf. 15, Fig. 7) zerfallen in drei Gruppen von zwei, zwei 
und drei Gestalten. Den Ehrenplatz zunächst an der Mitte 
hat hier billig Athene. Sie sitzt, ihrem Nachbar und der 
andern Seite des Festzuges zugekehrt, auf einfachem Sessel; 
ihr Gesicht steht fast genau im Profil, ihre Brust ist etwas 
nach rechts gewendet. Sie ist mit einem ärmellosen, fast 
durchsichtigen, aber faltenreichen Chiton bekleidet. In ihrem 
Schofse liegt die abgenommene Ägis, deren Schlangen ihren 
linken Unterarm umringeln, in der Rechten scheint sie eine 
Lanze gehalten zu haben. Den rechten Fufs hat sie hinter 
den linken zurückgezogen. Ihre ganze Haltung hat etwas Ab- 
gemessenes, ja man möchte sagen Unfreies, im Gegensatz zu 
der so freien Haltung der eben besprochenen Göttergestalten. 
Hierdurch wollte der Künstler wohl die Strenge der jungfräu- 
lichen Göttin andeuten. Zu ihr wendet sich, wie um sie an- 
zureden, ein bärtiger Gott mit auffallend kräftigen Formen 
und kurzem Halse, der mit einem teilweise herabgefallenen 
Himation bekleidet ist. Die Füfse hat er unten gekreuzt, die 
linke Hand liegt inne nan dem linken Kniee, unter der rechten 
Schulter hat er einen von dem Gewand etwas bedeckten lan- 
gen Stab, der ihn als Hephaistos erkennen läfst, der wegen 
seiner gelähmten Glieder einer Stütze bedarf. Er erscheint in 
Mythen und Kulten mehrfach mit Athene verbunden. 
Die folgenden zwei Männer sind miteinander in ein Ge- 
spräch verwickelt. Der erstere ist ein älterer, bärtiger Mann 
in feierlich ernster Haltung, ebenfalls blofs von der Hüfte ab- 
wärts mit Himation bekleidet. Die Rechte hängt mit einer 
gewissen steifen Lässigkeit herunter, die schräg aufwärts ge: 
richtete Linke scheint etwas umspannt zu halten. Wir haben, 
Obwohl die gewöhnlichen Attribute fehlen, in ihm den Po- 
seidon 44) zu erkennen, der in derLinken den Dreizack gehalten 
haben wird. Sein ihm zugewandter, jugendlich schöner Nach- 
bar zeigt in der Haltung des Körpers und besonders in der 
Drehung des Halses etwas Weichliches. Sein Leib ist mehr 
vom Hirnation umhüllt, auf dem Haupte trug er  das 
lassen die zahlreichen Bohrlöcher erkennen  einen metap 
lßnen Kranz; alles das läfst auf Dionysos schliefsen, dem 
Wir dann in die hochgehobene Linke einen Thyrsosstab zu 
geben haben. 
Dann folgen zu einer Gruppe vereinigt zwei Frauen und- 
T?
        

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