Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226971
Kap 
Ei 
s 
2111111 
des pelopoxmesischexm 
Ende 
Krieges. 
95 
von I m oben an der Umfassungsmauer hinlief. Sein Inhalt 
bezieht sich auf eins der gröfsten Feste Attikas. Zu Ehren 
ihrer Schutzgöttin feierten die Athener alljährlich Panathenäen, 
alle vier Jahre das Fest der grofsen Panathenäen. Es fanden 
da Wettkämpfe zu Pferde und in den gymnischen Künsten 
statt, seit den Peisistratiden auch ein sogenannter musischer 
Agon, der seit Perikles aufser Gesang auch Instrumentalmusik 
umfafste. Die schon erwähnte Preisverteilung an die Sieger 
erfolgte wahrscheinlich im Parthenon an dem Tage, der den 
Glanzpunkt des Festes bildete, nämlich wenn der grofse Fest- 
zug auf die Akropolis stattfand, um der Schutzgöttin das pracht- 
volle Geschenk der Stadt, ein reich verziertes, von attischen 
Frauen und Mädchen gesvebtes Gewand (Peplos) und ein grofs- 
artiges Opfer darzubringen. Zu diesem Feste schickten die 
attischen Kolonieen Gesandte und Opfergaben, wahrscheinlich 
je eine Kuh und zwei Schafe, die Stadt selbst stiftete eine 
Hekatombe. An dem Festzuge aber nach der Höhe der Burg 
nahmen aufser sämtlichen Beamten, verschiedenen Herolden und 
den zu krönenden Siegern auch Frauen, sowohl die der Voll- 
bürger, wie die der Schutzbürger (Metöken) teil, ferner. die 
vierspännigen Wagen, welche in den Wettkämpfen aufgetreten 
waren, und endlich Reiter, sowohl die glanzvolle attische 
Bürgerreiterei, der bevorzugteste Teil des Heeres, als auch wer 
sich sonst zu Pferde demZuge anschliefsen wollte. Diesen Festzug 
nun hat der Künstler sinnig benutzt, um den langen Fries m an- 
sprechender Weise zu verzieren. Und zwar wird in der Mitte 
der Vorderseite, nach Osten zu, die Übergabe des PepIOS 
an den Schatzmeister der Athene angedeutet, inmitten der 
Versammlung der olympischen Götter, die als Gäste der Athene 
mit ihr dem Feste zuschauen. Ihnen zunächst stehen die höchsten 
Staatsbeamten, die neun Archonten. Rechts und links von 
diesen nehmen Festordner den herankomrnenden Zug in Em- 
pfang, der von attischen Bürgerinnen eröffnet wird. Die hinter 
diesen schreitenden Frauen sind Angehörige von Metöken, 
welche nach altem Herkommen die Opfergeräte, Schalen, 
Kannen, ein Räuchergefäfs und Ähnliches, zu tragen haben. 
Die Gruppen der Vorderseite sind von der Mitte ausgehend 
ziemlich symmetrisch geordnet, einzig steht aber die äufserste 
Figur am südlichen Ende da, ein Festordner, welcher den auf 
der südlichen Langseite abgebildeten Teil des Zuges so zu 
sagen um die Ecke herumwinkt. Und zwar folgt auf dieser 
Seite zunächst, von Führern und Opferdienern geleitet, eine 
Auswahl der prächtigsten Rinder, die von der Stadt geweihte 
Hekatombe, dann eine Anzahl Fufsgänger, die es Schwierig 
iSt genauer zu bestimmen, hierauf Viergespanne mit je einem
        

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