Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226892
falls bunten Anthemienschmuck (S. 73). Den Bau krönte ein 
mächtiges Akroterion, während an den Ecken auf schweren 
Basen vielleicht Greife standen. Die rotgefarbten Steinplatten 
des Tympanon (es ist 2813 m lang, 31h m hoch, W10 m tief) 
bildeten einen treiilichen Hintergrund für die dort aufgestell- 
ten "Statuen gruppen. 
Treten wir vorn zwischen den Säulen ein in das Tempel- 
haus, so sehen wir vor uns eine zweite dorische Säulenreihe 
von sechs Säulen, die zwei Stufen höher stehen. Sie sind unter sich 
und mit den in Anten auslaufenden Wänden durch ein hohes 
Gitterwerk verbunden, in dessen Mitte sich eine Thür befindet. 
Durch diese gelangt man in die östliche Vorhalle, den Pro- 
naos, der ebenso wie der äufsere Umgang mit kassettierten Stein- 
platten überdeckt war (Taf. 14, Fig. 10). Im Pronaos wurden 
einst silberne Weihgeschenke und Geräte aufbewahrt. Von 
hier führte eine I0 m hohe prachtvolle Doppelthür (Taf. 1-4, 
Fig. 10) in den dreischiffigen Naos (Taf. 14, Fig-  der, Weil 
seine Länge IOO griechische Fuss beträgt, den Namen Heka- 
tompedos führte. Die drei Schiffe wurden durch je neun do- 
rische Säulen gebildet, die wohl eine zweite Säulenstellung über 
sich hatten. Das mittlere Schiff reichte nicht bis an die Hinter- 
wand, sondern wurde durch einen hinteren Säulenumgang be- 
grenzt, der durch zwei Eckpfeiler und drei Säulen gebildet 
wurde. Der östliche Teil des Mittelschiffes war für den Zugang 
frei, dann kam ein fast quadratischer Raum, der V0II1 und in 
der Flucht der Säulen von Schranken umschlossen war. Hier 
war wohl das Hypäthron, unter dem sich wahrscheinlich ein 
Opferaltar befand. Westlich von diesem Viereck stand die gewal- 
tige Basis mit dem goldelfenbeinernen Bild der Göttin. Bedeckt 
war die Cella vermutlich mit einer reich bemalten flachen 
Kassettendecke aus Holz; die Wand war rot bemalt und, ebenso 
wie die Säulen, mit goldenen Kränzen geschmückt. Auch der 
übrige Raum diente zur Aufbewahrung von Weihgeschenken 
und ähnlichem. So werden über T50 Schalen, Waffen und 
musikalische Instrumente und sonstige Geräte aus kostbarem 
Metall erwähnt. Nach diesem Raum bewegte SlCh, so darf man 
annehmen, der Festzug an den Panathenäen, damit hier, wo 
die ganze Umgebung von attischem Reichtum und von attischer 
Pracht zeugte, die Bekränzung der Sieger in den vorhergegan- 
genen Kampfspielen stattfande im Be1Se1n der Beamten, im 
Beisein der Ersten des Volkes und der Abgesandten befreundeter 
Städte, unter den Augen der Athene Selbst. 
Der westliche Teil des Gebäudes,_der Parthenon, der von 
dem östlichen völlig abgesondert nrar, diente weltlichenZwecken. 
Hier war das Schatzhaus Athens, in dem die öffentlichen Gel- 

        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.