Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223695
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Ach, ebenso ist die Geschichte für Theodore 
Rousseau, vielleicht selbst noch trauriger. 
Beim Herausgehen habe ich mir die Landschaft 
noch einmal wieder angesehen, die von Rousseau 
im Luxembourg-Museum hängt. Ihr erinnert euch 
des mächtig gekrümmten Baumes, der sich schwarz 
auf dem düsteren Hintergründe eines Sonnenunter- 
gangs absetzt. Kühe sind im Grase. Das war ein 
tiefes und gequältes Werk; vielleicht nicht eine 
sehr wahre Natur; doch interpretierte Rousseau 
Bäume, Kühe und Luft in einem kraftvollen Geiste, 
der uns in seltsamer Sprache die stechend er- 
greifenden Empfindungen mitteilte, welche das Land- 
leben in ihm entstehen liess. 
Ich muss mich fragen, wie Roussau danach 
zu der Geduldarbeit gekommen sein mag, in der 
er sich heute gefällt. Man sehe seine Landschaften 
in diesem Salon an. Die Blätter und die Steine 
.sind gezählt, die Bilder scheinen mit Stäbchen ge- 
malt, von denen die Farbe Tropfen auf Tropfen auf 
die Leinwand gekommen ist. Die Interpretation 
hat nicht die geringste Breite mehr; Alles wird 
gezwungenermassen klein. Bei dieser minutiösen 
Ausführung verschwindet das Temperament; das 
Auge des Malers begreift den Horizont nicht in 
seiner Weite, die Hand kann den empfangenen und 
durch das Temperament zu übersetzenden Eindruck 
nicht wiedergeben. Darum fühle ich nichts Lebendes 
in dieser Malerei; ich fordere Theodore Rousseau
        

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