Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223642
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vom 
entrüsteten 
Publikum 
mit 
Steinen 
bewerfen. 
Heute lacht niemand, wirft niemand mit Steinen. 
Courbet hat seine Adlerfänge eingezogen, sich nicht 
ganz gegeben und nun schlägt alle Welt die Hände 
zusammen und windet ihm Kränze. 
lch wage eine Regel nicht zu formulieren, die 
sich mir gezwungenermassen aufdrängt: dass die 
Bewunderung der Menge stets im umgekehrten 
Verhältnis zum persönlichen Genie steht: Du wirst 
soviel mehr bewundert und verstanden, je gewöhn- 
licher du bist. 
Das ist ein schweres Eingeständnis, das mir 
die Menge macht. Ich habe den allerhöchsten 
Respekt vor dem Publikum; aber wenn ich nicht 
die Prätension habe, es zu führen, so habe ich wenig- 
stens das Recht, es zu studieren. 
Da ich es zu den abgeplatteten Temperamenten 
sich hinwenden sehe, zu den gefälligen Geistern, 
so setze ich sein Urteil in Zweifel und denke bei 
mir, dass ich nicht so sehr Unrecht gehabt habe, 
wie man gesagt hat, als ich einen Paria bewunderte, 
einen Leprakranken der Kunst. 
Und da ich nicht will, dass man sich über die 
Gefühle tiefer Bewunderung Missdeutungen hin- 
gebe, die ich für Courbet empfinde, so sage ich 
hier, was ich bereits anderswo, vor einem Jahre, 
beim Erscheinen des Proudhonschen Buches sagte. 
Mein Courbet, der Courbet, den ich habe, ist 
eine Persönlichkeit. Der Maler fing an, indem er
        

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