Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223543
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Man schreibt mir, dass ichzdie „Zukunftsmalerei" 
lobe. Ich weiss nicht, was dieser Ausdruck be- 
deuten kann. Ich glaube, dass jedes Genie unab- 
hängig geboren wird und keine Schüler zurücklässt. 
Die Malerei der Zukunft beunruhigt mich wenig; 
sie wird sein wie die Künstler und die Gesellschaft 
von morgen sie machen werden. 
Die grosse Vogelscheuche, glaubt es mir, ist 
nicht der Realismus, die ist das Temperament. 
jeder, der nicht den Anderen gleicht, wird eben 
dadurch ein Gegenstand des Misstrauens. Sobald 
die Menge nicht mehr begreift, lacht sie. Einer 
vollständigen Erziehung bedarf der Mensch, ehe er 
ein Genie acceptieren wird. Die Geschichte der 
Litteratur und Kunst ist ein Märtyrerregister, welches 
die Hohngelächter verzeichnet, mit denen jede 
neue Offenbarung des menschlichen Geistes auf- 
genommen worden ist. 
Es giebt Realisten im Salon  ich sage nicht 
mehr Temperamente  es giebt Künstler, welche 
behaupten, sie gäben die wahre Natur wieder, mit 
allen ihren Grellheiten und allen ihren Heftig- 
keiten. 
Um wohl erkennen zu lassen, dass ich auf die 
mehr oder minder genaue Beobachtung pfeife, 
wenn keine mächtige Individualität da ist, die das 
Gemälde leben lässt, will ich zuerst meine ganz 
nackte Meinung über Monet, Ribot, Vollon, Bonvin 
und Roybet sagen.
        

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