Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223499
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man kann von ihm sagen, dass er sich's genügen 
lässt, richtige Töne zu suchen und sie nebenein- 
ander auf die Leinwand zu bringen. So bedeckt 
sich die Leinwand mit einer soliden starken Malerei. 
Ich linde dann im Bilde einen Menschen wieder, 
der die Begierde hat, das Wahre zu linden und 
der aus sich eine Welt holt, die ein besonderes 
und mächtiges Leben hat. 
Ihr wisst, welche Wirkung die Leinwände 
Manets im Salon hervorrufen. Sie zerreissen die 
Mauer, ganz einfach. Rings um sie her entfalten 
sich die Sanftheiten der künstlerischen Konditoren, 
die in Mode sind, die Bäume in kandiertem Zucker 
und die Häuser in Pastetenkruste, die Männer aus 
Pfefferkuchen und die kleinen Frauen aus Vanillen- 
creme. Der Bonbonsladen wird rosiger und süsser 
und die lebendigen Bilder des Künstlers nehmen 
eine gewisse Bitterkeit inmitten dieser Süsse an. 
Auch muss man sehen, was für Gesichter die grossen 
Kinder machen, welche durch die Säle kommen. Nie 
wird man sie zum Genusse der kleinsten Kleinigkeit 
wirklichen Fleisches, das die Wahrheit des Lebens 
hat, bringen; aber sie fressen sich mit all den ent- 
setzlichen Zuckereien voll, die man ihnen auftischt. 
Seht die Nachbarbilder nicht an. Seht die 
Menschen an, die im Saal sind: studiert, wie ihre 
Körper auf dem Parkett und gegen die Wände sich 
abheben. Dann seht die Bilder Manets an: ihr 
werdet finden, dass da die Wahrheit und die Kraft
        

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