Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223451
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eher etwas untermittelgross. Mit blondem Haar 
und leicht gerötetem Gesicht. Er scheint ungefähr 
dreissig Jahre alt zu sein. Sein Auge ist lebhaft 
und intelligent, der Mund beweglich, auf Augenblicke 
ein wenig zum Spott geneigt. Das ganze Antlitz, 
unregelmässig und ausdrucksvoll, hat ich weiss nicht 
welchen Ausdruck von Feinheit und Energie. Manet 
hat in seinen Gesten und in seiner Stimme die 
grösste 
Bescheidenheit 
und 
Sanftmut. 
Der, den die Menge als spöttelnden Farben- 
kleckser behandelt, lebt zurückgezogen in seiner 
Familie. Er ist vermählt und führt das regelmässige 
Dasein eines Bürgers. Er arbeitet übrigens mit 
Hartnäckigkeit  stets suchend, die Natur studierend, 
sich befragend und auf seinem Wege vorwärts 
schreitend. 
Wir sprachen zusammen von der Haltung des 
Publikums. Er scherzt nicht darüber, scheint aber 
auch nicht deswegen entmutigt. Er hat Glauben an 
sich; er lässt ruhig über sein Haupt den Sturm des 
Gelächters hinziehen, sicher wie er ist, dass die 
Beifallsstiirme kommen werden. 
Ich war bestimmt einem überzeugten Kämpfer 
gegenüber, gegenüber einem unpopulären Menschen, 
der nicht vor dem Publikum zitterte, nicht suchte, 
das Tier zahm zu machen, der sich vielmehr darin 
versuchte, es zu bezwingen, ihm sein Temperament 
aufzuerlegen.
        

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