Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223423
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sehr gut das Gefühl der Menge wiedergiebt. Eines 
Tages sassen Manet und ein sehr bekannter Schrift- 
steller vor einem Cafä auf den Boulevards. Ein 
Journalist kommt vorbei, dem der Schriftsteller den 
jungen Meister vorstellt. „I-Ierr Manet," sagt er. 
Der Journalist stellt sich auf die Zehenspitzen, 
sucht rechts, sucht links  Endet endlich vor sich 
den Künstler, der bescheiden dasitzt und ein win- 
ziges Plätzchen einnimmt. "Verzeihung," ruft er, 
„ich glaubte, Sie wären riesengross und suchte 
überall ein Grimassen schneidendes Galgengesicht". 
So ist das ganze Publikum. 
Die Künstler selber, die Kollegen, die in der 
Sache klar sehen sollten, wagen nicht, sich zu ent- 
scheiden. Die einen, die dummen, lachen, ohne hin- 
zusehen und machen sich über diese starken und 
überzeugten Bilder lustig; die anderen sprechen von 
Unvollständigkeit des Talentes, von gewollten 
Brutalitäten, von systematischen Gewaltthaten. In 
Summa, sie lassen das Publikum scherzen, ohne 
auch nur zu denken, dass sie ihm sagen 
müssten: lacht nicht so stark, wenn ihr nicht für 
Dummköpfe gelten wollt. Es ist nicht der kleinste 
Grund zum Lachen in alledem. Hier steht nur 
ein aufrichtiger Künstler, der seiner Natur ge- 
horsam ist, das Wahre voll Eifer sucht, sich ganz 
giebt und keine unserer Feigheiten hat.
        

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