Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223377
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nicht Schatten. Aber ich weiss, dass in ein Boudoir 
ein ganz nackter Mann nicht hineingehört. Deshalb 
malt ihr groteske Hampelmänner, die nicht unpas- 
sender und nicht lebendiger sind als die Puppen 
mit rosa Fleischfarben in den Händen der kleinen 
Mädchen. 
Das Talent geht anders vor: betrachtet die 
wenigen sehenswerten Leinwände im Salon; sie 
bilden ein Loch in der Wand, sind fast ungefällig, 
sie kreischen, während die sanften Nachbarinnen 
murmeln. Die Maler, die dergleichen Werke ver- 
brochen haben, stehen ausserhalb der Gilde der 
eleganten Wanddecorateure, von denen die Rede 
war. Sie sind wenig zahlreich, leben aus sich 
heraus, ausserhalb jeder Schule. 
Ich habe es schon gesagt, wegen der Mittel- 
mässigkeit unserer Maler kann man die Jury nicht 
angreifen. Aber da sie glaubt, den Auftrag zu 
haben, streng zu sein, warum erspart uns dann die 
Jury nicht den Anblick all der Albernheiten? Wenn 
ihr nur die Talente zulasst, so wird ein Saal von 
drei Quadratmetern ausreichen. 
Bin ich sehr aufführerisch gewesen, als ich 
beklagte, dass die wenigen Temperamente, die wir 
haben, nicht im Salon sind? Wir sind an Persön- 
lichkeiten nicht so reich, um die refüsieren zu 
können, die sich darbieten. Im übrigen weiss ich, 
die Temperamente sterben nicht von einer Ablehnung. 
Ich verteidige ihre Sache, weil sie mir gerecht
        

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