Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223362
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ihnen die besten Ratschläge, wie sie es anfangen 
müssen, um Gefallen zu finden und den Geschmack 
der Zeit nicht zu verletzen. 
Nehmt dazu den Geist der modernen Kunst! 
Gegenüber dem Eindringen des Geistes der Wissen- 
schaft und Industrie haben sich die Künstler in 
den Traum geworfen, in einen Himmel von geringer 
Qualität, von billigem Glanz, aus Seidenpapier. 
Seht doch zu, 0b die Meister der Renaissance an 
die anbetungswürdigen kleinen Nichtigkeiten dachten, 
vor denen wir in Entzücken vergehen. Sie waren 
kräftige Naturen, die im vollen Leben malten. Wir 
sind nervös und unruhig; viel von der Frau ist in 
uns, und wir fühlen uns so schwach und abge- 
nutzt, dass die saftige Gesundheit uns missfällt. 
Unsere Künstler sind Poeten. Das da ist eine 
grosse Beleidigung für Leute, die nicht einmal den 
Auftrag haben, zu denken. Aber ich halte sie auf- 
recht. Seht den Salon an: nichts als Strophen und 
Madrigale. Hier reimt man eine Ode auf Polen, 
dort auf Kleopatra; einer singt nach der Art Tibulls, 
ein anderer versucht, die grosse Trompete von Lucrez 
zu blasen. Ich rede nicht von den Kriegerhymnen, 
nicht von den Elegien, nicht von den schlüpfrigen 
Liedern, nicht von den Fabeln. 
Welcher Lärm! 
Bitte, malt, da ihr Maler seid, und singt nicht. 
Hier ist Fleisch, Licht, macht einen Adam, der 
eure Schöpfung ist. Ihr sollt Menschen machen,
        

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