Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223335
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Das individuelle Element, der Mensch, ist im 
Gegenteil wechselnd bis ins Unendliche. So viel 
Werke es giebt, so viel verschiedene Geister haben 
sie geschaffen. Wenn das Temperament nicht 
existierte, würden notwendig alle Gemälde Photo-  
graphieen sein.  
Ein Kunstwerk ist also nie etwas anderes als 
die Verbindung eines Menschen, des wechselnden 
Elements, mit der Natur, dem beständigen Elemente. 
Das Wort „Realist" bedeutet in meinen Augen 
nichts, denn es will das Wirkliche höher stellen 
als das Temperament. lArbeite wahr, dann spende 
ich Beifall. Arbeite aber individuell und lebhaft, 
und ich spende stärkeren Beifall. ] Folgt man diesem 
Gedankengang nicht, so muss man die Vergangen- 
heit leugnen und Erklärungen schaffen, die man 
genötigt sein wird, jedes Jahr zu erweitern. 
Denn das ist ein anderer alter Scherz, zu 
glauben, dass es bezüglich der künstlerischen Schön- 
heit eine absolute und ewige Wahrheit gäbe. Die 
eine und vollständige Wahrheit ist nicht für uns 
gemacht, die wir jeden Morgen eine Wahrheit fertig- 
stellen, welche wir bis zum Abend abnutzen. Wie 
jede Sache ist die Kunst ein menschliches Erzeug- 
nis, eine Absonderung vom Menschen. Es ist unser 
Körper, der die Schönheit unserer Werke aus- 
schwitzt. Unser Körper ändert sich je nach dem 
Klima und den Sitten, die Absonderung ändert sich 
demnach gleicherweise.
        

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