Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223311
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Herz auf eine sanfte oder schreckliche Weise bewegt. 
Ein Massenmord, wenn die zuckenden Opfer ächzen 
und sich unter den sie bedrohenden Gewehren hin- 
Schleppen, Oder ein entzückendes junges ganz in 
Weiss gekleidetes Mädchen, das im Mondlicht sich 
auf den Schaft einer Säule stützt und träumt. Ich 
will sagen, dass die Menge in einem Bilde das 
Sujet sieht, das sie an der Kehle packt oder im 
Herzen ergreift und dass sie vom Künstler nur eine 
Thräne oder einen Seufzer verlangt. 
Für mich  und für viele Leute, wie ich hoffe 
 ist ein Kunstwerk im Gegenteil eine Persönlich- 
keit, eine Individualität. 
Was ich vom Künstler verlange, ist nicht, mir 
zarte Visionen oder schreckliches Albdrücken zu 
verschaffen. Ich will, dass er sich selbst überliefert, 
mit Herz und Fleisch, dass er einen mächtigen 
und besonderen Geist bezeugt, eine Natur ist, die 
kräftig die Natur in die Hand nimmt und sie ganz 
aufrecht vor uns hinpflanzt  nach seinem Sehen. 
Mit einem Worte, ich habe die grösste Verachtung 
für die kleinen Geschicklichkeiten, das interessierte 
Schmeicheln, für das, was man im Studium hat 
lernen können, für das, was hartnäckiges Arbeiten 
geläufig gemacht hat; für alle die historischen 
Theatereffekte, die von diesem Herrn, für die par- 
fümierten Träumereien, die von jenem Herrn her- 
rühren  ich habe hingegen die grösste Bewunde- 
rung für die individuellen Werke, die in einem 
201a. „Malerei." 4
        

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