Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223283
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und traurigen Saalreihen, die wir besuchen werden. 
Wohl weiss ich, dass ich es der Jury nicht als 
Verbrechen auslegen kann, wenn wir künstlerisch 
arm sind. Doch kann ich von ihr in betreff all jener 
kühnen Künstler, die von ihr entmutigt worden sind, 
Aufschluss fordern. 
Man nimmt die Mittelmässigen auf. Man be- 
deckt die Mauern mit „ehrlichen" Bildern, die 
gänzlich nichtig sind. Von oben bis unten kann 
man nachsehen, man entdeckt kein Bild, das einen 
Schreck hervorruft, keins, das anzieht. Man hat die 
Kunst gewaschen und sorgfältig gekämmt, sie ist ein 
braver Bürger in Pantoffeln, in einem weissen Hemde 
geworden. 
Man muss zu diesen ehrlichen Bildern, die von 
unbekannten Malern gefertigt sind, die Bilder fügen, 
die von jeder Untersuchung befreit sind. Sie sind 
das Werk der Maler, die ich zu studieren und zu 
diskutieren habe. 
Das ist der Salon, der immer gleiche. 
Dies Jahr hat die Jury das Bedürfnis nach noch 
grösserer Reinlichkeit gehabt. Sie hat gefunden, 
dass im vorigen Jahre der Besen des Ideals einige 
Strohhalme auf dem Parkett vergessen hatte. Sie 
wollte diesmal den Salon vollkommen rein und hat 
die Realisten vor die Thüre gesetzt, als Leute, die 
angeklagt sind, dass sie sich nicht die Hände 
waschen. Die schönen Frauen wollen den Salon "in 
grosser Toilette besuchen; alles soll sauber und rein
        

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