Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223045
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der meisterhafteste der Kritiker: immerhin ein 
Kritiker. Sein Wesen wurde durch Manet nicht 
oder wenig berührt; Manet war heller als Zola, 
heiterer, städtischer, grossstädtisch. Manet drückte 
eine Eleganz aus, insofern er mit eckigen nicht 
verbrauchten Linien, mit einem sehr jungen Charme, 
mit Leidenschaften wirkte, die die alten Kunstfreunde 
fesseln. Auch war Manet eine Sammlernatur. Die 
Köstlichkeiten nicht Gemeingut gewordener Kunst- 
arten, primitive Meister und Japaner zogen ihn an. 
Dies alles konnte Zola an Manet schildern; ausser- 
ordentlich klar schilderte er Manets Wesen und 
Malerei, als ein Künstler-Kritiker, der von aussen 
an Manet herantrat. Der schöpferische Künstler 
in ihm geriet nicht in Wallung. Doch Courbet 
malte wie Zola empfand. Courbet malte, wie Zola 
sich ausdrückte, „la nature saine et forte, une 
nature bien vraie"; mithin malte er wie Zola sah. 
Er malte nach Zolas Meinung wahrer als Manet, er 
war nach Zolas Ansicht „der einzige Maler der 
Epoche"  so sehr fand Zola seinen Atem in 
dem von Courbet wieder; und so schrieb er über 
ihn Seiten, welche über die Manetkritik hinaus- 
reichen wie das Schaffen des Dichters über die 
selbst leuchtende Klarheit eines gelehrten Mannes 
hinausgeht. 
Hätte in Zolas Jünglingsjahren Courbet sich 
noch in Bedrängnis und Anfeindung befunden, so 
dass anstatt über Manet Zola über ihn sein oppo-
        

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