Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223039
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so ist uns eine kritische Leistung von Zola ein durch 
ein Temperament gesehenes Kunstwerk. 
Ein Kritiker soll sich freilich an das Kunst- 
werk schmiegen, mit dem er sich befasst, wie das 
Wasser an sein Ufer. Ein derartiger Kritiker war 
Sainte-Beuve; ein derartiger Kritiker ist Zola nicht. 
Er durfte nicht von sich denken: „je dis ce qui 
est"  es lag ihm vielmehr ob, zu befürchten, 
dass, wie er den herrlichen Ausspruch gethan hat: 
„l'art ne vit que de fanatisme", auch seine Kritik 
von den unkontrolierbaren Stürmen der Leidenschaft 
geschüttelt würde. 
XII. 
So sehr Zola bei einem fremden Künstler 
durch sein Temperament davon abgelenkt wurde, 
ihn nur zu spiegeln, ebenso sehr befruchtete seine 
Leidenschaft ihn, sobald er einem ihm verwandten 
Künstler gegenübertrat. Ein solcher Fall trat bei 
Courbet ein. Zola schreibt nicht wie Courbet 
malte, er ist ein mächtigerer Geist und sieht viel 
besser; jedoch ist in der Art, wie Courbet malte, 
etwas mit Zolas Wesen Verwandtes. Bei der 
Schilderung dieses Malers erreichte Zola mehr als 
ein Kritiker. Ein Kritiker schreibt, weil sein Ziel 
ist, Klarheit zu verbreiten. Von einer nebensäch- 
lichen Entgleisung abgesehen, war Zola in seiner 
Manetbesprechung ein derartiger Kritiker gewesen; 
der klarste, der gewissenhafteste, der überzeugendste,
        

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